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Schriftsteller Ralph Giordano ist tot

Der deutsche Schriftsteller und Publizist ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Seine Stimme hatte Gewicht.

Der Roman «Die Bertinis» machte ihn berühmt: Ralph Giordano. (12. März 2013)
Der Roman «Die Bertinis» machte ihn berühmt: Ralph Giordano. (12. März 2013)
Keystone

Ralph Giordano, Schriftsteller und Publizist, ist gestern 91-jährig in Köln gestorben. Seine Lebensthemen waren die Verfolgung und Ermordung der Juden im «Dritten Reich», die mangelnde Aufarbeitung der Verbrechen (vor allem in dem Buch «Die zweite Schuld»), die unzureichende Bestrafung der Täter und schliesslich als Konsequenz der Einsatz gegen jede Form von Unterdrückung und Intoleranz.

Verfolgung hatte er, nach NS-Terminologie ein Halbjude, am eigenen Leib erfahren. Mit seiner Familie hatte er knapp überlebt, monatelang in einem Keller in Hamburg versteckt, bis die Briten die Stadt befreiten. In seinem autobiografisch inspirierten Roman «Die Bertinis» (1982), der von Egon Monk verfilmt wurde, hat er diese Erlebnisse literarisch verarbeitet. Nach dem Krieg wurde Giordano Kommunist und Mitglied der illegalen KPD, rechnete aber 1961 in dem Buch «Die Partei hat immer recht» mit dem Stalinismus ab. Er arbeitete von 1961 bis 1988 für das deutsche Fernsehen und drehte über 100 Dokumentarfilme, unter anderem über den Völkermord an den Armeniern.

Giordano war ein temperamentvoller Debattenredner, der das Pathos nicht scheute (etwa in «Israel, um Himmels willen Israel»). In den letzten Jahren setzte er sich verstärkt mit dem militanten Islamismus auseinander. Dabei nahm er selbst extreme Positionen ein, so wehrte er sich vehement gegen den Bau einer Moschee in Köln.

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