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«Scheiss Tigerente»: Janosch gibt seine berühmteste Kreatur auf

Kinderbuchautor Janosch will nichts mehr mit der Tigerente zu tun haben. Er habe die Schnauze voll von dem rollenden Tier.

Janosch präsentiert 2003 sein Werk «Panama».
Janosch präsentiert 2003 sein Werk «Panama».
Keystone
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«Scheiss-Tigerente! Ich halte die für Kitsch, ich hab die eigentlich aus Hohn da reingemalt, weil da Platz war!», sagte Janosch in einem Interview mit dem NDR. Ihm hängen seine Tigerenten zum Hals heraus. Er wolle keine Kinderbücher mehr schreiben, sondern nur noch in der Hängematte liegen.

Janosch, mit bürgerlichem Namen Horst Eckert, flog in jungen Jahren von der Kunstakademie in München. Begründung: er sei unbegabt. Heute sagt Janosch dazu: «Die hatten ja recht. Ich bin nicht begabt, kein Talent. Ich musste mich immer besaufen, wenn ich was malen wollte. Als normaler Mensch konnte ich nicht zeichnen.» Fehlendes Talent oder nicht, Janosch ist höchst erfolgreich. Nicht nur die Bücher verkaufen sich hunderttausendfach, die Tigerente prangt auf unzähligen Artikeln wie Tassen, Schüleretuis oder Radiergummis. Vom Millionen-Umsatz der Tigerente bekommt Janosch allerdings nichts ab, die Rechte an der Tigerente hat er nicht mehr.

Weder Tiger noch Ente

Erstmals in Erscheinung trat die Tigerente 1978 in Janoschs Kinderbuch «Oh wie schön ist Panama». Das Holztier auf grünen Rädern, das weder mit einer Ente noch mit einem Tiger viel gemein hat, gehört dem kleinen Tiger, der sie an einer Schnur hinter sich herzieht. Wirklich geliebt hat Janosch seine Figur allerdings nie: «Meine Lieblingsfigur ist der Maulwurf, weil der blind ist und nicht raus muss und nicht singen muss.» Einst sagte er sogar, er habe die Tigerente gar nicht selbst erfunden, sie von einem Plakat des Künstlers F.K. Wächter kopiert.

Der mittlerweile 79 Jahre alte Janosch wohnt seit dreissig Jahren auf Teneriffa. Aufgrund einer Ausstellungseröffnung in Lübeck weilt er zurzeit in Deutschland.

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