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Neuseeland hat was zu erzählen

Zum Frankfurter Gastauftritt des Inselstaates gibt es Entdeckungen zu machen – auch in Zürcher Verlagen.

Neuseeland ist für viele das Traumreiseziel. Kein Wunder, dass sich unter den Neuseeland-Titeln der Buchmesse viele Reiseberichte und -führer finden («Traumstrassen Neuseelands»). Das Land kann aber auch auf eine zwar nicht lange, aber feine literarische Tradition zurückblicken. Da ist Katherine Mansfield (1888–1923), eine Meisterin der Short Story; der Diogenes-Verlag hat jetzt sämtliche Erzählungen in zwei Bänden wieder aufgelegt. Dann Janet Frame (1924–2004), die wegen einer Fehldiagnose acht Jahre in der Psychiatrie verbringen musste; ihr autobiografischer (und verfilmter) Roman «Ein Engel an meiner Tafel» ist jetzt bei Beck neu erschienen, ebenso der Roman «Wenn Eulen schreien».

Die dritte Autorin, deren Namen man hierzulande schon gehört hat, ist Keri Hulme (* 1947), die mütterlicherseits von Maori abstammt und 1985 den Booker-Preis gewann. Im S.-Fischer-Verlag gibt es in der beliebten kleinen Reihe mit den runden Ecken Erzählungen von ihr («Steinfisch»). In derselben Aufmachung ist die Anthologie «Neuseeland erzählt» erschienen, in dem mit Briefen von Karl Wolfskehl auch auf die deutschen Emigranten hingewiesen wird, sowie «Das kuriose Neuseeland-Buch», in dem man etwa erfährt, dass dort noch 70 000 Exemplare des Nationalvogels Kiwi leben und dass die steilste Strasse der Welt in Dunedin verläuft beziehungsweise ansteigt: an der steilsten Stelle 35 Prozent.

Maori-Autoren

Mancher Verlag entdeckt im Gastlandjahr «seinen» Neuseeländer; Diogenes pflegt Anthony McCarten schon seit einigen Jahren. Neu in diesem Herbst von ihm der Roman «Ganz normale Helden», in dem ein Vater seinen verschwundenen Sohn im Internet sucht, einer ihm recht fremden Welt. Auch der Zürcher Unionsverlag, fernen Ländern schon immer zugewandt, musste Neuseeland nicht erst jetzt entdecken. Dort sind zwei Romane von Maori-Autoren erschienen: «Warriors» von Alan Duff und «Potiki» von Patricia Grace, beide im Taschenbuch.

Es gibt sogar einen Verlag, der sich auf Neuseeland (und Australien) spezialisiert hat: Mana hat seit 1999 über 100 einschlägige Titel vorgelegt (der Name bedeutet auf Maori Ehre und Stolz). Zur Messe gibt es eine siebenbändige Kollektion, die einen Überblick über die Literatur des Landes gibt, von Legenden der Ureinwohner bis zum Golfroman.

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