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Mit der Streunerin im Wasserspeicher

Verlorene Unschuld auf der Hühnerfarm: «Das Flirren am Horizont» ist ein Abgesang auf die bäuerliche Welt und der bislang beste Roman von Roland Buti aus Lausanne.

Der heisse Sommer 1976 liess im Waadtland die Flüsse austrocknen, die Felder verdorren und die Tiere wie Fliegen sterben; am Ende musste der Notstand ausgerufen werden. Auch Gus, der dreizehnjährige Bauernsohn, leidet unter Hitze und Dürre, vor allem innerlich. In jenem «apokalyptischen Sommer» zerbricht seine Familie und geht seine Kindheit jäh zu Ende.

Die Katastrophe, von der Roland Buti in seinem dritten Roman erzählt, kommt auf leisen Sohlen. Die Tiere wittern ihr Herannahen zuerst: Sheriff, der arthri­tische Wachhund, verfällt in Veitstänze und muss mit der Giesskanne wieder­belebt werden; Bagatelle, das alte Pferd, verlässt seinen Stall zum Sterben; die Hühner, auf die der Vater seine Zukunft baute, fallen übereinander her, und die verletzte Taube, die Gus unter seine Fittiche nahm, wird ungeniert vom Kater gefressen.

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