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Le Clézio erhält Literaturnobelpreis

Der Literaturnobelpreis 2008 geht überraschend an den Franzosen Jean-Marie Gustave Le Clézio. Dies gab die Schwedische Akademie in Stockholm bekannt.

Sie ehre damit «den Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase, den Erforscher einer Menschlichkeit ausserhalb und unterhalb der herrschenden Zivilisation», lautete die Begründung der Akademie. Die Auszeichnung ist mit zehn Millionen Kronen (1,6 Millionen Franken) dotiert. Mit Le Clézio hatte kaum jemand gerechnet, zumindest nicht im deutschsprachigen Raum, wo er nur wenig bekannt ist.

Le Clézio wurde mit seinen zivilisationskritischen, zum Teil autobiografischen Romanen um versunkene, weit entfernte Welten zu einem der bedeutendsten Schriftsteller der Gegenwart. In der Westschweiz gehören Werke wie «Désert» oder «Le chercheur d'or» zur Schullektüre.

Le Clezio ist der erste französische Literatur-Nobelpreisträger seit 1985, als Claude Simon ausgezeichnet worden war. Im Jahr 2000 war der in Frankreich lebende chinesische Dichter Gao Xingjan ausgezeichnet worden.

Bücher auch auf Deutsch erschienen

Viele Bücher des am 13. April 1940 in Nizza geborenen Autors sind auch auf Deutsch erschienen, so «Der Goldsucher», «Onitsha», «Ein Ort fernab der Welt» und «Revolutionen».

Zuletzt erschien von ihm auf Deutsch «Der Afrikaner». Der Roman erzählt von Clézios Afrikareise als Kind im Jahr 1948, wo er zum ersten Mal seinem Vater begegnete. Die Fahrt wird zu einer Initiation in eine fremde und exotische Welt. Clézios Vater, ein englischer Mediziner, war zeitweise in Nigeria im Auftrag der britischen Regierung als Arzt tätig.

Durchbruch schon mit 23 Jahren

Clézio - seine Mutter war Französin - studierte Literaturwissenschaft und war nach dem Studium als Lektor in Bristol, London und Aix-en-Provence tätig. Als er 1963 mit 23 Jahren seinen ersten Roman «Procès-verbal» veröffentlichte, lobte ihn die Fachkritik einstimmig als eines der erstaunlichsten und eigenwilligsten Talente der modernen französischen Literatur.

Das von Le Clézio als «Spielroman» bezeichnete Werk wurde im Umkreis des «nouveau roman» angesiedelt und mit dem renommierten Literaturpreis Théophraste-Renaudot ausgezeichnet.

Seitdem hat der vielfach Ausgezeichnete über dreissig Bücher geschrieben, darunter Erzählungen, Romane, Essays, Novellen und Übersetzungen indischer Mythologie

phz/ap/sda/rb

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