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«In der Langeweile erleben wir die nackte Zeit»

Der Philosoph Rüdiger Safranski beschäftigt sich in seinem neuen Buch «Zeit» mit der Erfahrung des Vergehens. Das Weltgeschehen mitzuerleben, sei grossartig – und anstrengend.

«Die Zeit besitzt uns»: Philosoph Rüdiger Safranski auf dem Lindenhof in Zürich. Foto: Giorgia Müller
«Die Zeit besitzt uns»: Philosoph Rüdiger Safranski auf dem Lindenhof in Zürich. Foto: Giorgia Müller

Herr Safranski, Sie nehmen sich Zeit für ein Interview. Was heisst das?

Das bedeutet, dass man sich aus der Agenda mit all den Abmachungen und Plänen ein Stück herausschneidet und diesen Zeitabschnitt zur Verfügung stellt. Schon hier merken wir, dass man sich, wenn es um die Zeit geht, immer schon mit der Gesellschaft beschäftigt. Denn man bewirtschaftet die Zeit ja nicht nur selbst, sie wird auch von der Gesellschaft bewirtschaftet. Deswegen findet hier die Begegnung mit der reinen Zeit, mit der Zeit an sich, gar nicht statt.

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