Hören Sie hier Bob Dylans Nobelpreisrede

Bob Dylan hat die traditionelle Nobel-Rede abgeliefert – vorgelesen zu Pianoklängen.

27 Minuten lang, mit Jazz-Klängen versehen: Dylans Nobelpreis-Rede.

Dylan hat der Schwedischen Akademie einen Text mit Reflexionen zum Verhältnis seiner Songtexte zur Literatur zukommen lassen. Ausserdem schickte der Sänger eine Tonaufnahme mit seinem Vortrag der Rede mit (siehe oben).

«Die Rede ist ausserordentlich und, wie man erwarten kann, eloquent», lobte Danius die Einsendung. «Jetzt, wo die Rede gehalten wurde, kommt das Dylan-Abenteuer zu seinem Abschluss», fügte sie hinzu. Dylan habe nun die Voraussetzungen für das Preisgeld in Höhe von acht Millionen Kronen (892'000 Franken) erfüllt.

«Als ich diesen Literaturnobelpreis zuerst erhalten habe, habe ich mich genau gefragt, wie meine Songs mit Literatur zusammenhängen», schilderte Dylan in seiner Rede. Er nannte Musiker, die ihn inspirierten, wie den Rock'n'Roll-Musiker Buddy Holly, und klassische Romane, die ihn am meisten beeindruckten, darunter «Moby Dick» von Herman Melville und das Weltkriegsdrama «Im Westen nichts Neues» des deutschen Schriftstellers Erich Maria Remarque.

Er machte sich rar – sehr rar

Dylan war am 13. Oktober als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden. Tagelang reagierte der 75-Jährige nicht öffentlich, was für Befremden gesorgt hatte. Erst zwei Wochen später kündigte er an, er nehme die Ehre selbstverständlich an und wolle «falls möglich» auch zur Preisverleihung am 10. Dezember nach Schweden kommen.

Im November sagte Dylan dann aber wegen «anderweitiger Verpflichtungen» ab. Er schickte stattdessen eine Dankesrede, die von der US-Botschafterin in Schweden verlesen wurde. Anfang April nahm er den Preis in Stockholm unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Empfang, als er wegen eines Konzerts ohnehin in der schwedischen Hauptstadt war.

phz/sda

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