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Für eine Zukunft nach dem grossen Knall

Wer nennt sich noch einen Euro-Optimisten? Die britischen Autoren Brendan Simms und Benjamin Zeeb wagen den Versuch – in ihrem Buch «Europa am Abgrund».

Europa: Allein auf weiter Flur oder kurz vor dem grossen Durchbruch? Foto: Socrates Baltagiannis (Invision, Laif)
Europa: Allein auf weiter Flur oder kurz vor dem grossen Durchbruch? Foto: Socrates Baltagiannis (Invision, Laif)

Europa ist ins Taumeln geraten. Nicht nur der Kollaps des Euro, das Auseinanderbrechen der Europäischen Union insgesamt ist zu einer realen, akuten Gefahr geworden. Als Folge droht der historische Rückfall in die trügerische Sicherheit geschlossener nationaler Gemeinschaften.

Auf das schier unaufhaltsame Anwachsen rechts- und linksnationalis­tischer Kräfte reagieren die politischen Eliten verzagt, ja mit furchtsamer, vorauseilender Anpassung. Kaum ein demokratischer Politiker wagt es noch, sich offensiv und mit Leidenschaft zur Fortsetzung des Prozesses der europäischen Einigung zu bekennen. So wirkt es wie eine tragische Ironie, dass sich prowestliche Abgeordnete im Parlament der Ukraine als «Euro-Optimisten» bezeichnen. Innerhalb der EU würde sich ein solches Etikett kaum noch jemand anheften. Den Ukrainern aber, die noch empathisch an die verbindende Kraft europäischer Werte glauben und lieber heute als morgen Teil der EU wären, schlägt Brüssel die Tür vor der Nase zu – aus Angst vor, wenn nicht Unterwürfigkeit gegenüber Putins autoritärem Russland. Aber auch als Zugeständnis an die grassierende Europaverdrossenheit der europäischen Wählerschaft.

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