«Feminismus» ist Wort des Jahres in den USA

«Wonder Woman», die Vorwüfe gegen Harvey Weinstein und die Wahl von Donald Trump haben 2017 dazu geführt, dass ein US-Wörterbuch «Feminismus» als Wort des Jahres ankündigt.

Frauen-Power: Ein sogenannter «pussy hat» ist auf der Statue «fearless girl» montiert während des Women's March in New York. (8. März 2017)

Frauen-Power: Ein sogenannter «pussy hat» ist auf der Statue «fearless girl» montiert während des Women's March in New York. (8. März 2017) Bild: AP Photo/Mark Lennihan/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In einem von Sexismus-Debatten geprägten Jahr hat das Wort «Feminismus» in den USA Hochkonjunktur: Das US-Wörterbuch Merriam-Webster rief den Begriff am Dienstag zum Wort des Jahres 2017 aus. Dieses sei einer der am häufigsten online nachgeschlagenen Begriffe gewesen.

In den USA erschütterten in diesem Jahr Belästigungs- und Missbrauchsvorwürfe das Showbusiness, die Medien und die Politik wie nie zuvor. Aber auch der Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump löste ein neues Interesse am Wort «Feminismus» aus. Die Zahl der Online-Suchen nach dem Begriff stieg nach Angaben von Merriam-Webster in diesem Jahr um 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem nach den Frauenmärschen in Washington und anderen US-Städten kurz nach Trumps Vereidigung im Januar schnellte die Zahl der Suchen nach oben. Trump hatte zuvor mit abfälligen Äusserungen über Frauen Empörung ausgelöst.

Wort des Jahres und Moore

Erneut schoss die Zahl der Suchen nach oben, nachdem die Trump-Beraterin Kellyanne Conway im Februar sagte, sie sehe sich nicht als Feministin an. Aber auch Filme wie «Wonder Woman» liessen das Interesse am Wort «Feminismus» ansteigen – und schliesslich die Sexismus-Debatte infolge der im Oktober bekannt gewordenen Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Hollywood-Mogul Harvey Weinstein.

Die diesjährige Ankündigung des Wortes des Jahres erfolgte ausgerechnet an dem Tag, an dem im US-Bundesstaat Alabama ein mit Belästigungsvorwürfen konfrontierter Politiker zu einer Nachwahl für den US-Senat antrat. Der Repubilkaner Roy Moore steht im Verdacht, vor Jahrzehnten Minderjährige sexuell belästigt zu haben. Trump rief ungeachtet der Vorwürfe zur Wahl Moores auf. (foa/sda)

Erstellt: 13.12.2017, 03:27 Uhr

Artikel zum Thema

Wie Frauen kämpfen

Reportage Feminismus ist zum globalen, kontrovers diskutierten Phänomen geworden. Doch wer sind die Menschen, die diese Bewegung vorwärtsbringen? Mehr...

Wer Missbrauch verhindern will, darf Feminismus nicht belächeln

Analyse Der Fall Weinstein zeigt: Der Kampf gegen Frauenfeindlichkeit braucht eine starke Stimme, die widerspricht. Egal, wie kleinlich sie manchmal erscheint. Mehr...

Das neue Wir-Gefühl

Kolumne Güzin Kar über den «Women’s March». Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Blogs

Blog: Never Mind the Markets Indien überholt Nigeria

Zum Runden Leder Weniger Werbung

Werbung

Fussballinteressiert?

Hintergrundinformationen, Trainerdiskussionen und Pseudo-Expertentum vom Feinsten.

Die Welt in Bildern

Grossflächig: Der für seine in die Landschaft integrierten Kunstwerke bekannte französische Künstler Saype zeigt im Park La Perle du Lac sein Werk «Message from Future». (16. September 2018)
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...