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Es lebe die kleine Katastrophe!

Von Gerhard Meister liegen erstmals explosive Textminiaturen in Buchform vor.

Ein sonderbarer Autor: Im «Nachwortwechsel» mit seinem Lektor wünscht sich Gerhard Meister als Reaktion auf seine teils berndeutschen, teils deutschen Texte «Lachen als eine Art Kontrollverlust» und behauptet stolz, «dass sich auf den 160 Seiten dieses Buches keine einzige Pointe findet». Wobei hier anzufügen ist, dass dieses Kamikaze-Selbstmarketing durchaus eine gewisse Berechtigung für sich beanspruchen darf.

Wenn etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, eine Geschichte wie «Klee auf Berndeutsch» über die Übersetzung des Bildtitels «Zwei Männer, einander in höherer Stellung wähnend, begegnen sich» zur schwindelerregenden sprachphilosophischen Tour de Force ausartet und in die Aufforderung an den Leser gipfelt, eigene Vorschläge beim Zentrum Paul Klee einzureichen, «für dass me dert d Beschriftig vo däm Biud u vor Poschtkarte, wos git dervo, cha i d Ornig tue» – ja, dann kann von einer wohlgesetzten Schlusspointe tatsächlich keine Rede sein. Aber was ist schon eine Pointe gegen Texte voller abgründiger Komik.

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