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«Es ist Zeit, dass die Schweiz der EU beitritt»

Engagiertes Parteimitglied der Sozialdemokratie: Schriftsteller Jonas Lüscher.

Die SP Schweiz sucht gerade eine neue Leitung. Wer ist Ihr Favorit?

Sie sind letztes Jahr auch der SPD beigetreten. Wie sieht die stark erodierte Partei von innen aus?

Gibt es links überhaupt Platz für die SPD? Da sind doch schon Linke und Grüne.

Und die Grünen?

Wie meinen Sie das?

Geben sie in der SP bald den Takt an? Meyer und Wermuth. (Keystone)

Die sozialdemokratische Idee scheint die vernünftigste auf Erden zu sein: Gleiche Chancen für alle, ein anständiges Leben. Die Menschen jedoch, sie wählen lieber andere Parteien.

Ist denn das sozialdemokratische Urrezept – die Umverteilung von Geld von oben nach unten – nicht auch ein populistisches Rezept?

Haben Sie jemals anders gedacht als sozialdemokratisch?

Prägten die Schweizer Sozialdemokratie der 80er: Lilian Uchtenhagen und Willi Ritschard. (Keystone)

Zweifel sind Ihnen nie gekommen?

Erst 2014? Die Finanzkrise von 2008 war noch passabel?

Nun gibt es Intellektuelle wie Steven Pinker, die uns dieses liberale Urvertrauen zurückgeben wollen und mit Statistiken zu beweisen versuchen, dass die Welt eben doch immer besser werde. Extreme Armut gehe global zurück, die Kindersterblichkeit…

Kurzer Blick über den Atlantik: Bernie Sanders liegt bei den Vorwahlen der Demokraten vorne, und die Jungen deuten den Begriff «Sozialismus» positiv, im Gegensatz zu früheren Generationen.

Scheinbar unverwüstlich: Präsidentschaftskandidat Sanders. (Keystone)

Gibt es Bücher, in die Sie Hoffnungen setzen?

Gehörte es nicht zu den grossen Fehlern der Sozialdemokraten der letzten Jahrzehnte, dass sie auf die HSG-Manager einprügelten, die pro Jahr ein paar Millionen verdienen – und zugleich die grossen Erbfamilien, die von Generation zu Generation Milliarden verschieben, in Ruhe liessen?

Die Linken waren früher bekannt für eine rabiate Sprache. Heute kümmern sie sich intensiv um linguistische Gender-Fragen. Vor- oder Nachteil?

Kann die Sozialdemokratie nur als konsequente Pro-EU-Ideologie überleben? Oder sollte sie sich besser emanzipieren?

Eine SP, die die Schweiz ernsthaft in die EU führen möchte, dürfte massiv Wähler verlieren. Der Beitritt ist höchst unpopulär.

Sie sehen die Zukunft der Sozialdemokratie in ihrer Vergangenheit, in einer Besinnung auf frühere Positionen und Werte. Was ist die Essenz dieser Sozialdemokratie?

Mehr Solidarität mit mehr Menschen bedeutet für uns in der Schweiz, im Speckgürtel Europas, vor allem eins: Verzicht. Klingt erst mal unattraktiv.