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«Er hat sich leidenschaftlich für Macht interessiert»

William Shakespeare verschwindet als Person vollständig in seinen Stücken. Übersetzer Frank Günther über die Faszination des grossen Unbekannten.

«Er weicht vor konkreten Gesellschaftskonflikten zurück»: William Shakespeare auf einem um 1600 entstandenen Gemälde.
«Er weicht vor konkreten Gesellschaftskonflikten zurück»: William Shakespeare auf einem um 1600 entstandenen Gemälde.

Roland Emmerich hat sich William Shakespeare vorgenommen. Ihr Eindruck? Grosses Kinospektakel, schön fotografiert und opulent ausgestattet. Der Film handelt von Sex, Verbrechen, Mord, Verrat, Inzest, Intrige und Theater, was will man mehr? Ein Fantasy-Film über die Jahre um 1600.

Der Regisseur sieht sich eher als Rebell denn als Fantast. Herr Emmerich stilisiert sich werbestrategisch zum Ketzer, der eine unterdrückte Wahrheit ans Licht bringt. Dabei platzt sein Film vor historischen Fehlern. Das alleine wäre mir egal. Auch William Shakespeare hat sich historische und künstlerische Freiheiten genommen. Das ist okay. Wenn der Regisseur aber im Ernst behauptet, sein Film decke die Lügen des Shakespeare-Establishments auf, dann muss ich schon sagen, mehr groteske Fehler kann man in einem einzigen Film gar nicht machen. Ich bin auf gegen sechzig gekommen.

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