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Streit in schwedischer Nobelpreis-Akademie nicht beigelegt

Gestern hiess es, drei Mitglieder der Akademie würden ihre Arbeit wieder aufnehmen. Heute folgen zwei Dementis.

Die Schwedische Akademie war Ende 2017 durch Missbrauchsvorwürfe in eine tiefe Krise gestürzt worden. Mehrere Mitglieder legten in der Folge ihr Amt nieder. Bild: Keystone
Die Schwedische Akademie war Ende 2017 durch Missbrauchsvorwürfe in eine tiefe Krise gestürzt worden. Mehrere Mitglieder legten in der Folge ihr Amt nieder. Bild: Keystone

Der Streit in der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, geht weiter. Die Mitglieder Sara Danius und Peter Englund dementierten am Freitag, dass sie in die Akademie zurückkehren wollten, um die Wahl neuer Mitglieder möglich zu machen.

In der Tageszeitung «Svenska Dagbladet» hatte der Schriftsteller Kjell Espmark am Donnerstag berichtet, er sowie Danius und Englund würden ihre Arbeit wieder aufnehmen. Auf Facebook schrieb Danius: «Die Informationen sind falsch. Zurzeit habe ich keine solchen Pläne.» Englund schrieb auf Instagram: «Ich habe derzeit keine Pläne, zur Arbeit zurückzukehren und werde auch nicht an Versammlungen teilnehmen.» Die drei waren im April aus Empörung über den Umgang der Akademie mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal zurückgetreten. Der Mann eines Akademiemitglieds ist wegen Vergewaltigung angeklagt. Nur neun der achtzehn auf Lebenszeit gewählten Mitglieder waren vor der Sommerpause aktiv. Die Statuten schreiben vor, dass eine Gruppe von zwölf Mitgliedern benötigt wird, um neue Mitglieder zu wählen. Die Vergabe des Literaturnobelpreises für dieses Jahr war deshalb abgesagt worden.

Dagegen will eine neugegründete Akademie mit Mitteln des Crowdfundings im Oktober einen alternativen Literaturpreis vergeben. Der Schweizer Autor Peter Stamm ist der einzige deutschsprachige Kandidat für den Alternativ-Preis. Er konkurriert mit Grössen wie Paul Auster, Amos Oz oder Margaret Atwood um die Auszeichnung.

(SDA)

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