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«Die lange Beziehung wird zum Ballast des Älterwerdens»

Sibylle Berg beschreibt in ihrem neuen Roman die Krisen von Menschen in der Lebensmitte. Viele Mittvierziger, deren grosse Träume sich nicht erfüllt haben, wollten noch einmal den Rausch, sagt sie.

In «Der Tag, als meine Frau einen Mann fand» porträtieren Sie Mittvierziger mit Lebensart und Lebenskrise. Ist das Ihr Urthema – das ja schon Ihr Debüt prägte?

Das Alter war bei dem Debüt vor hundert Jahren noch kein Thema – aber die Lebenskrise, in der sich ja die meisten nach der Adoleszenz befinden, schon. Die schreckliche Überforderung des Verstandes, wenn keine Religion, kein Führer Halt gibt. Das Wissen ums Ende, die Albernheit, die dem vorangeht. Ja, das sind meine Themen. Im neuen Buch geht es nun um die Lebensmitte, bei der das Bezeichnende ist, dass die Heiligkeit sich abgenutzt hat, der Charme verschwunden ist. Man ist ein erwachsener Mensch und die Hälfte aller Möglichkeiten schon vorbei.

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