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Dämonisierung hier, nüchterne Analyse dort

Viel Spekulation und eine sachliche Betrachtung: Zwei englische Bücher über Hildebrand Gurlitt fördern wenig Neues zutage.

Hildebrand Gurlitt (hier auf einem Foto von 1925) - sein Sohn Cornelius Gurlitt vererbte die sogenannte «Gurlitt-Sammlung» dem Berner Kunstmuseum.
Hildebrand Gurlitt (hier auf einem Foto von 1925) - sein Sohn Cornelius Gurlitt vererbte die sogenannte «Gurlitt-Sammlung» dem Berner Kunstmuseum.
Keystone

Im Jahr 1998 ist eine auf die Umnutzung historischer Gebäude spezialisierte englische Investmentbankerin beruflich in Zürich. Sie betritt den Tresorraum einer Schweizer Bank an der Bahnhofstrasse und erhascht durch eine Schiebewand zufällig einen Blick auf ein Gemälde. Susan Roland ist kunsthistorisch bewandert und denkt laut: «Ein Bild von Louis Gurlitt, dem deutschen Landschaftsmaler aus dem 19. Jahrhundert?» Der Bankangestellte vergisst seine professionelle Verschwiegenheit für einen Moment und erklärt: «Das ist ein Depot von Hildebrand Gurlitt, dem Kunsthändler.» Der Enkel des Malers also, ihr Interesse ist geweckt. Wenig später erbt sie zufällig drei Bilder, die unter Raubkunstverdacht stehen und meldet diese dem Art Loss Register. Und als im November 2013 der «Schwabinger Kunstfund» mit über 1400 Werken aus der Sammlung von Cornelius Gurlitts Vater Hildebrand in der Öffentlichkeit bekannt wird, ist für sie klar, dass sie die Hintergründe dieser Familiengeschichte in einem Buch aufarbeiten will.

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