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Comic macht sich über Finanz-Skandal lustig

Jérôme Kerviel verursachte durch seine riskanten Spekulationsgeschäfte bei seinem Arbeitgeber, der Bank Société Générale, einen Verlust in Milliardenhöhe und hätte sie beinahe zu Fall gebracht. Jetzt ist er ein Comic-Held.

Der Fall erschütterte Frankreich im Januar. Jérôme Kerviel verspekulierte sich an der Börse und verursachte bei seinem Arbeitgeber, der Bank Société Générale, einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro.

Die genauen Hintergründe und Verantwortungen sind derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen, doch die beiden Comic-Autoren Lorentz und Nicolas Million legen nun mit dem «Das Tagebuch des Jérôme Kerviel» ihre eigene Version vor, die Fakten und Fiktion grosszügig mischt.

Von seiner Gefängniszelle aus startet Kerviel darin ein Dienstleistungsunternehmen und spannt seine Mitgefangenen als Angestellte ein. Diese protestieren gegen schlechte Arbeitsbedingungen und drohen, Kerviel zusammenzuschlagen. «Ich habe die Nase voll vom Kapitalismus», klagt der Comic-Held am Schluss.

Anti-Held

Der echte Jérôme Kerviel ist im März aus dem Gefängnis entlassen worden. Wegen Vertrauensbruchs und Computermanipulation wird jedoch weiterhin gegen ihn ermittelt. Gemäss einem internen Bericht von Société Générale soll er die Risikokontrollen des Instituts umgangen haben und Handelspositionen im Wert von 50 Milliarden Dollar aufgebaut haben - einem Betrag, der sogar den Marktwert der Bank selbst überstieg.

Der Skandal machte Kerviel zu einer Art Kult-Antiheld, dem es gelang, die elitären Banker der Société Générale an der Nase herumzuführen - und das, obwohl er nur an den mittelmässig beleumundeten Universitäten Nantes und Lyon studiert hatte. Linke Kritiker sahen in ihm deshalb eine Art Opfer aus der Arbeiterklasse.

SDA/mcb

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