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Angebetet und unverstanden

Irene Staub war eine der schillerndsten Figuren Zürichs: Als Lady Shiva zählte sie David Bowie und Lou Reed zu ihren Liebhabern. Doch die glamouröse Fassade täuschte. Das zeigt eine neue Biografie.

Sie eckte überall an und den Feministinnen war sie zu sexy: Lady Shiva auf einer undatierten Aufnahme.
Sie eckte überall an und den Feministinnen war sie zu sexy: Lady Shiva auf einer undatierten Aufnahme.
Aus dem besprochenen Buch
Auf der Spanischen Treppe in Rom, fotografiert von Roswitha Hecke: Irene Staub wurde auch von Helmut Newton abgelichtet, die Fotos sind aber unauffindbar.
Auf der Spanischen Treppe in Rom, fotografiert von Roswitha Hecke: Irene Staub wurde auch von Helmut Newton abgelichtet, die Fotos sind aber unauffindbar.
PD
Fuhr auch mal im durchsichtigen Regenmantel über das Limmatquai: Irene Staub, undatierte Aufnahme.
Fuhr auch mal im durchsichtigen Regenmantel über das Limmatquai: Irene Staub, undatierte Aufnahme.
Aus dem besprochenen Buch
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Sie starb 37-jährig, bei einem Motorradunfall in Thailand, der «Blick» brachte die Nachricht auf der Titelseite, und zwar am 30. August 1989. Die «berühmteste Dirne der Schweiz» wurde sie von der Boulevardzeitung genannt. Und das stimmte ja schon, aber Lady Shiva war noch viel mehr, sie war nämlich auch Irene Staub, die Frau hinter der Fassade aus Glamour, Verruchtheit und Unangepasstheit. Sie wurde mit Marilyn Monroe verglichen, weil auch sie aus einer kaputten Familie stammte, weil auch sie brannte wie eine Kerze, die man an beiden Enden angezündet hatte. Der Unterschied, sagt ein Zeitzeuge in der heute erscheinenden, akribisch recherchierten Biografie von Willi Wottreng, war bloss, dass Marilyn Monroe von einem Filmproduzenten angesprochen worden war und Irene Staub von einem Zuhälter.

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