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An grösster Buchmesse gibt es neu auch Filme

Die Frankfurter Buchmesse hat sich gewandelt: Längst dreht sich nicht mehr alles nur um Bücher. Neuerdings setzt man auf multimediale Vernetzung.

Dieses Jahr sind nicht nur namhafte Autoren an der grössten Buchmesse dabei wie Mario Vargas Llosa (20. Juni 2011) oder...
Dieses Jahr sind nicht nur namhafte Autoren an der grössten Buchmesse dabei wie Mario Vargas Llosa (20. Juni 2011) oder...
Keystone
...Umberto Eco (30. September 2009), sondern auch...
...Umberto Eco (30. September 2009), sondern auch...
Keystone
...der britische Schauspieler Rupert Everett (21. Juli 2009).
...der britische Schauspieler Rupert Everett (21. Juli 2009).
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Neben namhaften Autoren wie Mario Vargas Llosa und Umberto Eco kommt daher auch Prominenz aus der Filmbranche zur weltweit grössten Büchermesse vom 12. bis 16. Oktober.

So wird der Produzent der «Harry Potter»-Filme, David Heyman, zu der zweitägigen Konferenz «StoryDrive» erwartet. Dort wird auch Hollywood-Star Rupert Everett über die Veränderungen in der Filmbranche sprechen und Einblick in sein nächstes Filmprojekt geben. Der Regisseur Roland Emmerich hat sich ebenfalls angekündigt, um seinen neuen Film «Anonymus» vorzustellen.

Die Buchmesse will die multimediale Vernetzung der Branche vorantreiben, die Rede ist von einem Aufbruch in ein neues Zeitalter des Publizierens. Bereits im vergangenen Jahr hatten 41 Prozent der Aussteller digitale Produkte im Angebot.

Das E-Book – schon oft als Trend ausgerufen – ist in diesem Jahr vor der Buchmesse aber kaum ein Thema. Denn der Durchbruch lässt weiter auf sich warten. Die Verlage sind zwar gut gerüstet, doch die Leser bleiben zögerlich. Im vergangenen Jahr machte der Umsatz des E-Books nur 0,5 Prozent aus.

Island mit Bücherrekord

Doch egal in welcher Form, ob gedruckt oder digital: Die Nachfrage nach Büchern ist ungebrochen. Zur fünftägigen Buchmesse werden auch in diesem Jahr rund 7500 Aussteller erwartet, darunter 40 Schweizer Verlage mit Einzel- und 93 weitere am Gemeinschaftsstand. Die Veranstalter rechnen mit 280'000 Besuchern, im Vorjahr waren es 279'325. Zwei Drittel davon machen Fachbesucher aus, nur an den letzten beiden Tagen ist die Messe für ein breites Publikum geöffnet.

Die Resonanz hängt gemäss Messeangaben auch immer vom jeweiligen Ehrengast ab: So zogen die Gastländer Türkei und China besonders viele Besucher an. In diesem Jahr ist Island an der Reihe – und legt sich mächtig ins Zeug. Die Vulkaninsel am Polarkreis ist das kleinste Land, das je seine Literatur auf der Buchmesse präsentiert hat.

Von Bankencrash und Aschewolke hat sich Island bei den Vorbereitungen nicht unterkriegen lassen: Rund um den Ehrengastauftritt werden mehr als 200 Neuerscheinungen auf Deutsch veröffentlicht, dreimal mehr als zunächst erwartet. «Das ist ein Rekord», sagt Boos. Damit habe Island selbst Länder wie China oder Argentinien überboten.

Island hat nur etwa 300'000 potenzielle Leser

Die Deutschen hätten «ein wahnsinniges Interesse» an der isländischen Kultur, berichtet der Buchmessedirektor. Auch das Ausland blicke immer stärker auf die Ehrengastländer. Was auf dem deutschsprachigen Markt erscheine, werde später auch in andere Sprachen übersetzt.

Auf einen solchen Impuls hoffen die isländischen Autoren: Jeder Einwohner kauft zwar im Schnitt acht Bücher pro Jahr, so viel wie kaum irgendwo sonst, doch auf der Insel leben nur 320'000 Menschen. Schon ab 8000 Exemplaren gilt ein Buch dort als Bestseller. Davon kann kein Schriftsteller leben. Die Buchmesse eröffnet ihnen ein ganz neues Publikum.

Zur Messe werden rund 40 Autoren aus Island erwartet, darunter die Krimiautoren Yrsa Sigurdardottir und Arnaldur Indridason sowie der diesjährige Preisträger des Nordischen Literaturpreises, Gyrdir Eliasson. Für das nächste Jahr hat sich als Ehrengast Neuseeland angekündigt, es folgen Brasilien und Finnland.

sda/Kathrin Hedtke/dj

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