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Bitte berühren!

Im Kunstmuseum Thun hebeln die Künstlerinnen Christine Streuli und Sarah Oppenheimer die Gesetzmässigkeiten des Raums aus.

Monumentale Pinselspuren ohne Pinsel: «Lange Arme, kurze Beine» von Christine Streuli
Monumentale Pinselspuren ohne Pinsel: «Lange Arme, kurze Beine» von Christine Streuli
David Aebi

Wer in nächster Zeit das Kunstmuseum Thun betritt, muss mit allem rechnen. Vielleicht ist der Weg in die Ausstellungsräume von einem Glaskubus versperrt. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht fällt Licht durch die Fenster. Vielleicht ist es aber auch ganz dunkel.

Zwei Jahre haben die US-Amerikanerin Sarah Oppenheimer und ihr Team an der Installation mit dem abstrakten Titel «N-01» gearbeitet, erst mit 3-D-Modellen am Computer, dann schwitzend im Museum, mit Holzbrettern, Glaselementen und Stahlrohren. Entstanden ist eine Art Netzwerk zwischen den Räumen des Kunstmuseums. «Es ist wie bei einer Uhr», sagt die Künstlerin, während sie auf eine armlange Schraube zeigt. Nur drehen sich hier keine Zeiger, sondern ganze Wände. Und die Batterie, das sind hier die Besucherinnen und Besucher. Denn die Kunst von Oppenheimer sagt: Bitte berühren! Nur so drehen sich die Glaskuben um die eigene Achse, bis sie sich durch den Raum bewegen. Und Türklinken werden heruntergedrückt, auf dass sich in einem anderen Raum eine Tür öffnet.

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