Bitch als Kompliment

Der Rapper Zebra Katz steuert mit seiner Verwandlungskunst das Denkzentrum an. (am 13. November)

Ein Selbstermächtiger: Ojay Morgan alias Zebra Katz.

Ein Selbstermächtiger: Ojay Morgan alias Zebra Katz.

(Bild: zvg)

Xymna Engel

Beim 78. Remix hörte Ojay Morgan auf zu zählen. Und das war 2013. Bis heute sind also bestimmt noch etliche Versionen dazugekommen von «Ima Read», dem basslastigen und etwas gruseligen Song, in dem 87-mal das Wort «Bitch» vorkommt. Bitch: Morgan will das Wort positiv besetzen, denn es geht ihm in seiner Kunst vor allem um eines: die Selbstermächtigung. «Wenn du selber anders bist, hast du die Macht, das Denken der Leute zu verändern.» Mit «Ima Read» verwies er auch auf New Yorks legendäre Ballrooms, wo Drag Queens, Transsexuelle und Andersdenkende an Voguing-Bällen ihre eigene schillernde Subkultur feierten.

You Tell Em (Official Music Video) – Zebra Katz.

Doch wie schafft es ein Rapper aus der New Yorker Queer-Rap-Szene, sich in der von Übermännern dominierten Hip-Hop-Szene derart viel Respekt zu schaffen (Busta Rhymes war einer seiner ersten Fans)? Es geht beim Kunsthochschulabgänger Zebra Katz, wie er sich auf der Bühne nennt («Ich selber bin sehr schüchtern, Zebra hingegen ist sehr extrovertiert), um die lodernden Themen unserer Gegenwart: Rasse, Sex, Gewalt.

Nicht zuletzt sind es auch seine kostümgewaltigen Liveshows, in denen sich Zebra Katz nicht nur als eindringlicher Rapper, sondern auch als begnadeter Tänzer beweist. In Bern tut er dies passenderweise im Rahmen des Queersicht-Filmfestivals, welches sich dieses Jahr dem Thema Intergeschlechtlichkeit widmet.

Turnhalle Progr, Mittwoch, 13.11., 19.30 Uhr.

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