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«Wir wollen das Publikum nicht mit Kunst erschlagen»

Kunst inspiriert vom heiligen Antonius und eine Führung über einen Pfeiler der Nydeggbrücke kann es nur an einem Ort geben: An der «ArtStadtBern».

Er hat sich einiges vorgenommen, doch ist zuversichtlich, das er und seine Helfer den Anlass stämmen können: Adrien Rihs.
Er hat sich einiges vorgenommen, doch ist zuversichtlich, das er und seine Helfer den Anlass stämmen können: Adrien Rihs.
zvg

Das ist schon ein Brocken, den Sie sich zumuten: Über 50 Kunstschaffende stellen entweder aus oder bespielen einen Raum, der sonst nicht kulturell genutzt wird. Diese Räume mussten Sie zudem erst noch bewilligt bekommen. Was spornt Sie an?

Ich bin Fan von Kunst, die für den Augenblick geschaffen ist. Ausserdem bin ich nicht allein. Wir sind zu fünft im Organisationskomitee und finden, dass man den Besuchern etwas bieten soll. Es freut uns immer besonders, wenn wir ein Publikum für Kunst gewinnen können, das sich sonst eher nicht dafür interessiert. Diese Gründe treiben uns an, «ArtStadtBern» bereits zum dritten Mal in dieser Form durchzuführen.

War es schwierig, die Räume zu bekommen?

Es ist tatsächlich jeweils ein grosser Aufwand, bei Behörden, Amtsstellen, aber auch bei Privaten anzufragen, ob sie bereit wären, ihre Räume für Publikum und Kunstschaffende zu öffnen. Aber es hat sich wieder gelohnt. So hat das Publikum dieses Jahr unter anderem Zugang zum Erlacherhof, zum Lenbrunnen oder auch zur Krypta der Peter-und-Paul-Kirche. Private Wohnungen und Räume wurden uns unter anderem dank Mund-zu-Mund-Propaganda zugespielt und wir konnten auch einen Aufruf in der «Brunne Zytig» machen, das ist die Quartierzeitung der unteren Altstadt.

Welchen Ort feiern Sie als besondere Entdeckung?

Die Antonierkirche. Sie ist versteckt in der Postgasse und vom Bau her besonders interessant. Ihre mehrfache Umnutzung hat ihr arg zugesetzt, sodass ihre ursprünglichen Fresken grossen Schaden erlitten haben. Das Künstlerduo Haus am Gern wird den Kirchensaal bespielen und hat sich dabei vom Patron der Kirche, dem heiligen Antonius, inspirieren lassen. Auch der Pfeiler der Nydeggbrücke ist ein Glanzlicht. Der ist nämlich begehbar. Aus Sicherheitsgründen kann er jedoch nur im Rahmen einer speziellen Führung besichtigt werden. Die Platzzahl ist jedoch beschränkt. Wer daran teilnehmen will, schreibt einfach eine Mail an info@artstadtbern.ch und kann vielleicht am Freitag dabei sein.

Sie selbst werden als Künstler ausstellen. Welchen Raum haben Sie sich ausgesucht?

Ich werde in der Kramgasse 10 einen Konferenzraum der christkatholischen Kirchgemeinde bespielen. Ich präsentiere eine Installation, die vom Publikum umgebaut werden kann. Dabei behalte ich die bereits vor Ort vorhandenen kirchlichen Elemente bei und beschwöre auch die Zukunft, indem ich frage: «What does the future hold?»

«ArtStadtBern» findet bereits zum dritten Mal statt. Wie waren Ihre bisherigen Erfahrungen?

Die Kunstschaffenden freuen sich über das grosse Interesse, das ihnen und ihren Werken entgegengebracht wird. Besonders wertvoll ist der direkte Austausch mit dem Publikum. Dieses Jahr werden wir auch von Bern Tourismus unterstützt, denn auch Touristen gehören zu unserer Zielgruppe. Wie jedes Jahr werden wir während des Events vor den zu besichtigenden Orten Flyer verteilen und informieren. So können wir auch Passanten spontan zu einem Besuch motivieren. «ArtStadtBern» ist eine Biennale und findet das nächste Mal 2019 statt. Wichtig ist, dass «ArtStadtBern» seinen intimen Charakter behält. Wir wollen das Publikum nicht mit Kunst erschlagen, sondern ihm die Möglichkeit geben, sie genussvoll und spielerisch zu erleben.

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