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Unerschrockene Akademiker

Quicklebendiger Jazz aus der Zentralschweiz: Christof Mahnig und sein Quartett Die Abmahnung. (Do, 13.2.)

Tom Gsteiger
Offene Geister: Das Quartett von Christof Mahnig (2.v.r.).
Offene Geister: Das Quartett von Christof Mahnig (2.v.r.).
zvg

Seine erste wichtige Erinnerung ans Jazzfestival Willisau führt Christof Mahnig ins Jahr 2000. Er ist damals 14-jährig und bekommt mit, wie der Free-Pianist Cecil Taylor «wie vom Affen gebissen auf die Bühne stürzt und eine wahnsinnige Energie erzeugt». Später wird Mahnig freiwilliger Mitarbeiter am Festival und kommt so in den Genuss vieler weiterer musikalischer Sternstunden.

Inzwischen ist aus ihm ein Trompeter und ein Bandleader geworden, der mit seinem Quartett Die Abmahnung zu den interessanten Stimmen des unkonventionellen New Swiss Jazz gezählt werden darf. Mit dem Elektrogitarristen Laurent Méteau, dem Bassisten Rafael Jerjen und dem Schlagzeuger Emanuel Künzi holte er junge Musiker in seine Band.

Kapriolen haben Platz

Kennen gelernt haben sie sich an der Hochschule Luzern. Dort ist Mahnig geprägt worden vom Denken des unerschrockenen Avant-Jazz-Schlagzeugers Gerry Hemingway. Gleichzeitig nimmt er aber auch einiges mit vom Unterricht des Big-Band-Fanatikers Ed Partyka, der hohen Wert legt auf das Streben nach Perfektion.

Die Abmahnung brachte zuletzt den furiosen Zweitling «Red Carpet» heraus. Die Stücke, alle von Mahnig komponiert, bewegen sich auf quicklebendige Weise zwischen interessanten Strukturen und freien Kapriolen. Dabei kann jeder Musiker seine Individualität einbringen.

Seither hat es mit Christian Weber einen Wechsel am Bass gegeben, wie am Konzert in Bern zu sehen sein wird. Auch er ist ein offener Geist, und er ist in der Jazz- und Impro-Szene schon weit herumgekommen.

Progr Raum 013, Donnerstag, 13. Februar, 20.15 Uhr

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