Schönheit ohne Ende

Gob Squad suchen mit schwarzen Strümpfen über dem Kopf nach der Schönheit.

Blumen welken wie Menschen: «Creation» von Gob Squad.

Blumen welken wie Menschen: «Creation» von Gob Squad. Bild: zvg

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Am Schluss bringt sich Dorian um. Das kann an dieser Stelle ruhig verraten werden, zumal der Schluss von Oscar Wildes Roman «Das Bildnis des Dorian Gray» im neuen Stück der Gruppe Gob Squad keine grosse Rolle spielt. Das deutsch-britische Performancekollektiv interessiert sich in «Creation – Pictures for Dorian» vielmehr für die unvergänglichen Themen, die Wilde so scharf spiegelt wie kaum ein anderer: die Schönheit und das Altern.

Dafür ziehen sich die Mitglieder von Gob Squad erst mal schwarze Strümpfe über den Kopf mit Löchern nur für Augen und Mund. Denn viel wichtiger als ihre Gesichter sind jene der Menschen, die sie auf die Bühne laden: In jeder Stadt ist das eine Gruppe lokaler Performerinnen und Performer – jeweils eine Generation jünger und älter als sie selbst.

Regeln, Rhythmus, Realität und Risiko: Das sind die vier R, nach denen sich Gob Squad richten, und in den letzten 25 Jahren war es auch immer wieder das Unvorhersehbare, das die Gruppe antrieb zum sozialen Experiment auf der Bühne, zur Interaktion mit ihren Zuschauern, nicht nur auf der Bühne, sondern mit der «Realität des Ortes», wie sie es nennen.

Was könnte die Schönheit und ihr Vergehen besser darstellen als Blumen. Damit und mit Bilderrahmen treiben Gob Squad ein lustiges Spiel mit der Schönheit und beleuchten dabei auch all das Dunkle, das damit zusammenhängt. Und damit wären wir doch wieder beim Ende von Dorian: Was ist der Preis, den wir für die Schönheit zahlen?

HKB Theater, Zikadenweg 35, Fr, 7., und Sa, 8.12., 20.30 Uhr, So, 9.12., 19 Uhr

(Der Bund)

Erstellt: 06.12.2018, 08:11 Uhr

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