Schlachtrufe für Pazifisten

Das Duo Klaus Johann Grobe rüttelt mit analogen Mitteln an der Symmetrie.

Ohne es zu wollen war Klaus Johann Grobe plötzlich Teil eines nostalgisch aufgeladenen Dico-Beat-Revivals.

Ohne es zu wollen war Klaus Johann Grobe plötzlich Teil eines nostalgisch aufgeladenen Dico-Beat-Revivals.

(Bild: facebook.com/klausjohanngrobe)

Xymna Engel

Es hätte auch ganz anders laufen können. Denn am Anfang dachte das Schweizer Duo Klaus Johann Grobe gar nicht daran, Teil irgendeines Trends zu werden. Glücklicherweise ist der Zeitgeist ja ein launischer Kater: Man krault ihn ein bisschen hinter dem Ohr, und plötzlich schnappt er zu.

Zeitgeist, das bedeutete in diesem Fall: analoge Elektrofrickeleien, dösige Sci-Fi-Sounds und spleenige Patterns in Dauerschleife. Dazu nachtwache deutsche Texte wie «Alles vergessen, was man einmal schon gedacht hat / Eine Idee allein reicht knapp noch bis zum Morgengrauen.»

Klaus Johann Grobe – Discogedanken

Und es kam, wie es kommen musste: Klaus Johann Grobe waren plötzlich Teil eines nostalgisch aufgeladenen Disco-Beat-Revivals. Und es erstaunt auch nicht, dass die Engländer das mal wieder früher gemerkt haben als wir.

Und sogar als Sevi Landolt und Daniel Bachmann auf ihrem dritten Album «Du bist so symmetrisch» ihr dominantes Soundmerkmal, die Farfisa-Orgel, wegliessen, war das kein Grund zur Bekümmernis, nein, ihr Sound wurde durch die Reduktion sogar fast noch ein bisschen dringlicher.

Und auch die scheu gesungenen Texte scheinen nach wie vor eher mit Wasserfarben als mit Kugelschreiber geschrieben worden zu sein. Manchmal verstecken sich darunter sogar kleine Schlachtrufe für Pazifisten: «Komm wir legen uns noch einmal hin / Und dann ist auch gut.»

ISCDonnerstag, 24. Januar, 20.30 Uhr

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