Scharf gehustet

Von London aus lädt Sega Bodega seine elektromusikalischen Kompositionen ins Netz – und tritt damit weltweit auf. Im Bad Bonn gastiert er mit seiner beneidenswerten Clique.

Sein musikalisches Universum passt perfekt in die Zeit: Sega Bodega.

Sein musikalisches Universum passt perfekt in die Zeit: Sega Bodega. Bild: zvg

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Sega Bodegas Status ist der ehrwürdigste, der sich im Untergrund der elektronisch produzierten Musik erarbeiten lässt. Dort ist besonders angesehen, wer im Internet möglichst zerstreut von sich Reden macht (bloss keine aussagekräftige, alle Projekte auflistende Seite!) und durch nicht allzu zugängliche, genial produzierte Musik auffällt. Der halb Ire, halb Iraner Sega Bodega macht es genau so und gibt zwischendurch eine süffige Synthesizermelodie aus.

Inspiriert wurde er offensichtlich vom musikalischen Pomp der Filmklassiker. So hat er für sein letztes Jahr beim Label Nuxxe erschienenes Album «SS» die Lieder nach Filmklassikern benannt und dazu kleine Videohommagen fabriziert. In Kombination mit seinem hypermodernen Internetauftritt hat er ein Universum geschaffen, das perfekt in die Zeit passt: Er sieht aus wie ein Model für den postsowjetischen Sportkleidertrend, setzt seine synthetisch produzierte Musik gemeinsam mit einem – ebenfalls im Traineranzug gekleideten – Streichquartett um und würde den Klappcomputer mit dem abgespeicherten Liedgut noch vor seinen Liebsten aus der brennenden Wohnung retten (so jedenfalls hat er das in einem Fragebogen des Internetmagazins «i-D» ausgesagt).

Für seinen Auftritt im Bad Bonn reist er mit einigen seiner wichtigsten Kollaborateurinnen an, so etwa mit der Produzentin Shygirl, mit der er das betörende Stück «CC» konzipiert hat; ein schwindelerregender Untergrund-Tanzbodenhit, mit aneinandergereihten Hustengeräuschen und scharfen Hi-Hats. Mit dabei sind auch Coucou Chloe und Englesia, die beide nicht minder aufregende Live-Elektronika-Acts sind. Es dürfte ein epischer Abend werden im freiburgischen Düdingen.

Bad Bonn Düdingen Fr., 2. 2., 21.30 Uhr. (Der Bund)

Erstellt: 01.02.2018, 06:49 Uhr

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