Pop unter Papp-Palmen

Die Surfrock-Combo La Luz zelebriert einen wunderbaren 60er-Jahre-Futurismus.

Die vier Damen der Band La Luz spielen einen dösigen Surfrock mit 4-Stimmen-Harmonie.

Die vier Damen der Band La Luz spielen einen dösigen Surfrock mit 4-Stimmen-Harmonie. Bild: Facebook.com/laluzusa

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Wer hat eigentlich gesagt, dass man nur an Metal- und Rockkonzerten crowd­surfen kann? «Wir haben nie geglaubt, dass das passieren wird», sagt Gitarristin und Sängerin Shana Cleve der Gruppe La Luz. Der Grund für die Unwahrscheinlichkeit: Die vier Damen spielen einen dösigen Surfrock mit 4-Stimmen-Harmonie.

Für ihr aktuelles Album sind sie von Seattle nach Los Angeles gezogen, der Stadt, wo Katy Pery ihr musikalisches Unwesen treibt, aber auch Künstler wie Tom Waits oder Flying Lotus die Gegenkultur zelebrieren – und wo Brian Wilson in den 60ern «Surfin’ USA» schrieb. «Floating Features» hat sich diese Gegensätze einverleibt und bleibt dabei wunderbar zeitgeistbefreit. «Mean Dream» beispielsweise ist ein zurückhaltendes Stückchen 60er-Jahre-Futurismus mit launischen Twang-Gitarren und haufenweise Hall. Im Video dazu schunkeln die Damen vor sich hin, und die Pappmaché-Palmen hängen schläfrig im Hintergrund, doch plötzlich drängen sich eine überdimensionale Nase und eine tanzende Hand ins Geschehen, das Licht geht aus, und dann wird es ziemlich abstrus.

Auf dem Album selbst gibt es einige weitere instrumentale Überraschungsgäste – etwa eine Marimba, Röhrenglocken, eine dröhnende Orgel und ein Cembalo. Es ist eine Musik, die auch die Plakatzeichner für die Konzerte auf ihrer derzeitigen Tournee zu kreativen Höchstleistungen angetrieben hat, da gibt es alles von beatle­esken Inszenierungen bis hin zu psychedelischen Unterwasserwelten.

ISC, Mittwoch, 19. September, 20.30 Uhr. (Der Bund)

Erstellt: 13.09.2018, 07:24 Uhr

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