Polyrhythmische Gedankenspiele

Alan Abrahams alias Portable baut aus Clubtunes kristalline Songgebilde.

Bewegt sich im Schattenreich der Popmusik: Alan Abrahams.

Bewegt sich im Schattenreich der Popmusik: Alan Abrahams.

(Bild: zvg)

Xymna Engel

Jeden Morgen stand er mit den Gänsen auf, um mit seiner Kamera den kurzen Moment zu erwischen, wo die Sonne die steinige Landschaft in ihr kühles Licht taucht. Hier in Kappadokien in der Türkei, wo die Natur Kathedralen geformt hat, die man auch Feenkamine nennt. «Lass uns spazieren / Auf dem Fluss / Und in deiner Gesellschaft schmelzen», singt Alan Abrahams dazu in «Surrender». Ein klassischer Singer-Songwriter mit Herzschmerz also? Mitnichten. Der Südafrikaner, der die Welt sein Zuhause nennt, ist eher der Vibration des Dancefloors zugeneigt.

Unter dem Namen Portable baut er aus Clubtunes kristalline Songgebilde, dabei ist es vor allem der House, den er mal mit einem Jazzpiano, einer lässigen Gitarre oder einer einsamen Violine anreichert. Doch da ist noch etwas anderes, etwas Uneindeutiges. Es sind die afrikanischen Sounds seiner Kindheit, die man aber kaum erkennt. Wie er das macht? «Ich filtere, drehe und wende alte afrikanische Rhythmen so lange, bis ich aus dem Material herausdestilliert habe, was mich interessiert.» Und dann diese Baritonstimme, die klingt, als würde Abrahams am offenen Herzen operieren.

Auf diese Weise gibt Abrahams der elektronischen Tanzmusik das wieder, was ihr zuweilen fehlt: eine gute Geschichte. Sechs Alben hat er bereits veröffentlicht, dieses Jahr die EP «A Life Without Notifications», ein polyrhythmisches Gedankenspiel im Schattenreich der Popmusik.

Dachstock Reitschule, Freitag, 14. September, 23 Uhr.

Der Bund

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