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Klingende Schnapsideen

Der Rumpel-Chansonnier Voodoo Jürgens ist Österreichs fundiertester Chronist der Bitterkeit. (Fr, 24. Januar)

Voodoo Jürgens ist Österreichs fundiertester Chronist der Bitterkeit. Seine Welt befindet sich in einer permanenten Abwärtsspirale.
Voodoo Jürgens ist Österreichs fundiertester Chronist der Bitterkeit. Seine Welt befindet sich in einer permanenten Abwärtsspirale.
zvg

Wie er so singt und erzählt, klingt das, als wären ihm bei einer Kneipenschlägerei in einem schlecht beleumundeten Wiener Viertel sämtliche Zähne ausgeschlagen worden. Und auch die Geschichten, die dieser Voodoo Jürgens zu erzählen hat, münden garantiert nicht in Freud und Wohlergehen. Seine Helden rasseln ohne Trost und Halt durch ihre Lotterleben.

Entweder haben sie am Spielautomaten das letzte Hab und Gut bereits verzockt, oder sie kaufen sich mit dem letzten Fufzger eine Goldkette, um immerhin im Untergang noch fesch auszuschauen. Sie schmusen auf der Tanzfläche an der Beachparty im Schützen, zeugen im Schlafzimmer der Eltern ein Kinderl, und bauen – weil man das halt so tut – am Dorfrand ein Fertighaus, vor welchem nun eine unbenützte Hollywood-Schaukel baumelt. Voodoo Jürgens ist Österreichs fundiertester Chronist der Bitterkeit. Seine Welt befindet sich in einer permanenten Abwärtsspirale. Und seine Randständigen-Chansons rumpeln, als seien sie im Zustand absoluter Daseinszerrüttung eingespielt worden. Unnötig zu erwähnen, dass sie zum Besten und Erschütterndsten gehören, was dieses Land in letzter Zeit musikalisch hervorgebracht hat.

Er bugsiert den Austropop in die finstersmöglichen Ecken: Voodoo Jürgens. Quelle: Youtube.com

Lange hat nichts darauf hingedeutet, dass aus diesem Mann einmal die markanteste Erscheinung seit Erfindung des Austro-Pop werden könnte. Mit der Band Die Eternias versuchte er lange, den Drogenopfern der englischen Populärkultur nachzueifern, und klang wie ein Pete Doherty vom Alpenkamm (die beiden verbindet übrigens eine enge Freundschaft). Nun besingt er das Elend, das die legalen Flüssigdrogen in seinem Heimatland anrichten. In breitestem Urwiener-Dialekt.

Bad Bonn Düdingen, Freitag, 24. Januar, 21.30 Uhr

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