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Eine neue Furche im Acker

Die Reihe Cinema italiano bringt frische Filme aus dem Süden in die Schweiz - auch ein Werk des Routiniers Gianni Amelio.

Renato Carpentieri in «La Tenerezza».
Renato Carpentieri in «La Tenerezza».
zvg

Immer wieder in seiner bald 50-jährigen Laufbahn als Filmregisseur beackerte der Italiener Gianni Amelio («Ladro di bambini», «Lamerica») dasselbe Feld: die Beziehungen zwischen Vätern und Söhnen, die Reibungen zwischen den Generationen, oder wenn die Nähe zwischen Eltern und Kindern in Distanziertheit umschlägt. In seinem neusten Film «La Tenerezza» zieht der 72-Jährige eine weitere Furche: Hier geht es um einen verwitweten ehemaligen Rechtsanwalt in Neapel, der die gefühlsmässigen Bande zu seinen Kindern seit längerem gekappt hat.

Als in der Nachbarwohnung jedoch eine Familie neu einzieht, beginnt sich die Verspannung zu lockern, vor allem angesichts der flotten jungen Frau. Auf einmal wird der alte Holzklotz zum gutmütigen Grossvater, doch dieses neue Glück ist nicht von Dauer: Eine Tragödie zerreisst die Familie - und den Film in zwei Hälften.

Amelios Geschichte ist unruhig, die Aufmerksamkeit verschiebt sich immer wieder, doch letzten Endes wird klar: Er skizziert auch hier, ganz zart, die biografischen Baustellen, die eine echte Annäherung zwischen den Menschen verhindern und alle aus dem Tritt bringen.

«La Tenerezza» ist einer von fünf Filmen des Cinema italiano. Die Reihe, die jeweils im Herbst durch Kinos in der ganzen Schweiz tourt, präsentiert neueres italienisches Filmschaffen - ein verdienstvolles Unternehmen angesichts des Umstands, dass schon seit geraumer Zeit vergleichsweise wenige italienische Filme den Weg in hiesige Kinos finden.

Cinématte Bern 2. bis 29. Oktober. Eröffnung in Anwesenheit von Regisseur Gianni Amelio: Montag, 2. Oktober, 20 Uhr. Die Filme laufen ab 6. Oktober im Filmpodium Biel und ab 8. Oktober in Meiringen. ww.cinema-italiano.ch

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