Ein Kürbis als Zeitmaschine

Der Musiker Abou Diarra will mit dem Lauteninstrument die afrikanische Musik in die Zukunft bringen.

Das Cover des neuen Album «Koya» von Abou Diarra.

Das Cover des neuen Album «Koya» von Abou Diarra.

(Bild: zvg)

Xymna Engel

Stundenlang bearbeitet er mit seinem scharfen Messer den getrockneten Flaschenkürbis. Dann bohrt er mit glühenden Metallstäben Löcher in einen Holzgriff, spannt ein Stück Kuhhaut auf, schleift, sägt und knüpft unermüdlich. Im Hintergrund scheint die Sonne Malis auf die himmelblaue Häuserwand. Zuletzt spannt er 14 Saiten über den Korpus, den er mit Muscheln verziert hat.

Wenn Abou Diarra durch seine Heimat Mali wandert, ist die Kamale Ngoni oft seine einzige Begleiterin. Doch das Lauteninstrument, das klingt wie eine Harfe, die sich nach ihrem Liebhaber, der Gitarre, verzehrt, ist bei ihm eine musikalische Zeitmaschine, die zu den alten Riten des Mandingue-Volks führt. Gelernt hat er das Spiel von seinem blinden Meister Vieux Kanté, und wie dieser will Diarra die afrikanische Musik auch in die Zukunft bringen. Auf seinem soeben erschienenen Album «Koya» mischen sich in die schlafwandlerischen Klänge der Kamale Ngoni mal ein E-Bass, eine Mundharmonika oder elektronische Sounds, kurz: In der Verbindung von traditioneller afrikanischer Musik, Jazz, Blues und Afrofunk schlagen Vergangenheit und Zukunft im gleichen Takt.

Turnhalle Progr
So, 25. Dezember, 22 Uhr.

Der Bund

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