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Die Zigarre als Sprachrohr

La Dame Blanche bekam Musik in die Wiege gelegt. Die unvergleichbare Musikerin begeistert auch mit ihrem dritten Album «Bajo el mismo cielo».

Mit Haarband und Zigarre gegen die Klischees: La Dame Blanche.
Mit Haarband und Zigarre gegen die Klischees: La Dame Blanche.
zvg

Hätte sich Yaite Ramos Rodriguez nicht selber vom Weg abgebracht, würde sie heute nicht schon in der Garderobe eine Zigarre anzünden, sich in einen Ganzkörperlackdress werfen und die Bühne mit ihrem furiosen Rap stürmen. Nein, sie würde wahrscheinlich in einem braven Kleid auf der Bühne stehen und mit ihrer Querflöte Latin Jazz spielen.

Ramos ist die Tochter von Jesus «Aguaje» Ramos, dem künstlerischen Leiter des Buenavista Social Club, der unanfechtbaren Instanz in Sachen kubanischer Musiktradition. Ihr Zuhause war voll Musik: Boleros, traditioneller Son oder Rumba – der Weg auf die Bühne vorgezeichnet. Als Erstes studierte Yaite Ramos Rodriguez klassische Flöte. Aber «irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ich von Natur aus nicht so talentiert war wie all diese Musiker». Was natürlich nicht stimmt. Talent hat sie mehr als genug, aber die Flöte war einfach nicht das richtige Sprachrohr für sie – oder eben nicht das einzige.

In Paris dann das Erweckungserlebnis: «Das war ein Schmelztiegel von Rhythmen und Melodien!», sagt sie. Mit ihrem Fundus an kubanischer Musik im Blut wurde zwischen Paris und Havanna La Dame Blanche geboren: ein Emulgat aus Cumbia, Salsa, Dub und Hip-Hop, das sogar ein bisschen Latino-Disco-Kitsch verträgt. Fern von Kuba-Postkarten-Nostalgie wirkt auf ihrem mittlerweile dritten Album «Bajo el mismo cielo» neben der subversiv eingesetzten Flöte vor allem ihre kämpferische Stimme, die von alldem erzählt, was man nie auf einer Postkarte finden wird.

Turnhalle ProgrMittwoch, 26. Dezember, 21 Uhr

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