Die Unumstösslichen

The Sonics waren Vorbild für Bands wie The White Stripes und Nirvana. Heute tun sie so, als sei die Zeit in den 60ern stehen geblieben.

Sie sind gewissermassen Pioniere des Rock ’n’ Roll: Mit The Sonics wurde das Fröhliche durch Düsternis ausgetauscht.

Sie sind gewissermassen Pioniere des Rock ’n’ Roll: Mit The Sonics wurde das Fröhliche durch Düsternis ausgetauscht. Bild: zvg/facebook.com

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Um The Sonics zu verstehen, muss man hartgesottener Garagenrockfan sein. Oder wissen, dass diese fünf Männer im Jahr 1964 im amerikanischen Tacoma in Washington etwas Revolutionäres hervorgebracht haben: einen härteren und schärferen Rock ’n’ Roll, als ihn die Welt je zuvor gehört hatte. Natürlich, Bill Haley war mit «Rock Around The Clock» bereits zugegen. Aber seine Musik trug den Swing in sich, etwas Fröhliches. Beides Attribute, welche The Sonics durch Geradlinigkeit und Düsternis austauschten.

Es ging um Drogen und Frauen, unterlegt mit einem unmissverständlichen Viervierteltakt, gespielt von Bob Bennet, dessen Stil Kurt Cobain umgehauen haben soll. Die erste Auskopplung ihres Debüts hiess «The Witch» und wurde zum Erfolg. Dann spielte die Band ein Album ein, das «zugänglicher» war. So jedenfalls soll es die damalige Plattenfirma gewünscht haben. Das Produkt führte zur Auflösung.

Das Erbe weitergetragen haben derweil unter anderem Mudhoney, The White Stripes, Flaming Lips und The Hives. Die Wegbereiter besorgten sich Jobs und wurden Familienväter. Bis drei der Gründungsmitglieder – Gitarrist Larry Parypa, Saxofonist Rob Lind und Komponist und Sänger Gerry Roslie – im Jahr 2007 in Brooklyn, New York, wieder ein Konzert spielten. Dort mussten sie Blut geleckt haben. Denn acht Jahre später erschien «This Is The Sonics», produziert von Jim Diamond, der auch schon mit den White Stripes gearbeitet hat. Zwölf Lieder lang wird so getan, als sei die Zeit stehen geblieben. Dass The Sonics live noch immer dieselbe Energie transportieren, wird von einem Radio-KEXP-Konzertmitschnitt belegt. Und so bleibt es uns erhalten: das originale Schreien, Stampfen und Übersteuern.

Fri-Son Freiburg Donnerstag, 8. 2., 20 Uhr. (Der Bund)

Erstellt: 01.02.2018, 06:50 Uhr

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