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Die Seventies in der Stimme

Der Soul des amerikanischen Sängers Kelly Finnigan nimmt mit auf eine Zeitreise. (Sa, 16.2.)

Milena Krstic
Kelly Finnigan hat den nostalgischen Soul perfektioniert.
Kelly Finnigan hat den nostalgischen Soul perfektioniert.
zvg

Ist das wirklich der richtige Interpret? Ein Blick auf die Playlist bestätigt: doch. Das ist die Musik von Kelly Finnigan, Jahrgang 1981, und nicht die von Marvin Gaye, aufgenommen in den 70er-Jahren, im Detroiter Motown-Studio. Klingen aber tut das Werk des Multiinstrumentalisten aus Los Angeles verblüffend nah am Original. Es ist so etwas wie eine historische Aufführungspraxis von R’n’B, was Finnigan macht. Und er macht das irre gut.

Da raspelt die Stimme vorsichtig angezerrt mit ausgewählter Röhrenverstärkung und ausgetüftelter Kompressoreinstellung. Auf dem Debütalbum «The Tales People Tell» (2019) sind zwar auch zahlreiche Gastmusikerinnen vertreten. Zehn Instrumente aber hat der Sänger selbst eingespielt.

Ein Haus für Protest und Liebe

Gitarre, Bass, Schlagzeug, Bläser, Piano, Xylofon und Chor erinnern daran, wie Rhythm und Blues einst gross wurde. Mit aufwendigen Studioaufnahmen und so unmissverständlich hinreissenden Rhythmen musste der damals von Weissen dominierte Musikmarkt Platz machen für charismatische und ungeheuerliche Talente wie Marvin Gaye.

Motown war das Krafthaus dieser Protest- und Liebesmusik und setzt bis heute den Standard für das, was gemeinhin als «warme» Analogstudio-Aufnahme bezeichnet wird. Eine Geschichte, mit der Kelly Finnigan auch aufgewachsen ist: Sein Vater ist Mike Finnigan, ein prominenter Keyoboarder, der unter anderem in den Bands von Etta James, Jimi Hendrix und Joe Cocker gespielt hat.

Rössli Reitschule, Sonntag, 16. Februar, 20 Uhr

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