«Die meisten meiner Helden sind noch relativ gut im Schuss.»

Acht Fragen an QC von Troubas Kater.

QC ist Sänger der Gruppe Troubas Kater.

QC ist Sänger der Gruppe Troubas Kater. Bild: zvg

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Wir müssen kurz über den Tod sprechen. Wer war Ihnen näher, Polo Hofer oder Mani Matter?
Mani Matter war mir näher. Ich bin in einem Umfeld musikalisch sozialisiert worden, in welchem die meisten Bands sich vom Mundartrock, wie er von Polo Hofer geprägt wurde, emanzipieren wollten. Kuno Lauener hat mir dann viel später einmal erklärt, was den Reiz von Polo Hofer ausmacht. Er hat mir erzählt, wie mutig es in jener Zeit war, in Mundart zu texten – etwas, was für meine Generation bereits eine Selbstverständlichkeit war.

Was hat Ihnen Mani Matter auf den musikalischen Weg mitgegeben?
Da gibt es zwei Phasen. Als Kind haben sich mir Bilder oder Wörter von ihm eingebrannt. Zum Beispiel der Ausdruck «Värslischmied». Da stellte ich mir tatsächlich einen Handwerker vor, um den es glüht und funkt, und am Ende des Arbeitsgangs stehen funkende und glühende Verse. Später war ich, wie viele andere, von der Einfachheit und Präzision seiner Sprache berauscht. Eine Sprache, die den Eindruck erweckt, ihm sei das Dichten sehr einfach gefallen.

Ein Phänomen, das man bei Ihnen auch beobachten kann.
Da hilft mir sicher mein Hip-Hop-Background. Allerdings ist es bloss die halbe Miete, einen Text rhythmisch fliessen zu lassen. Das andere ist es, einen Text mit Sinn und mit einer Haltung zu erfüllen. Und da steckt dann äusserst viel Arbeit dahinter.

Sie treten am Festival zum Gedenken an Mani Matter auf. Für wen würden Sie ein Gedenkfestival organisieren?
Die meisten meiner Helden sind noch relativ gut im Schuss. Ich könnte mir ein Gedenkfestival zu Ehren des Rappers Reni von Sektion Kuchikäschtli vorstellen, der seine aktive Karriere beendet hat. Er war einer, der den Mundart-Hip-Hop von seinem Macker-Gehabe erlöst und ihn mit Witz und Schalk erfüllt hat.

Was macht für Sie einen Musiker unsterblich?
Ich finde, es wird momentan zu viel in die Persönlichkeit interpretiert. Doch von einem Musiker sollte nicht sein Celebrity-Status übrig bleiben, sondern Melodien, Bilder und Stimmungen, die er erschaffen hat, die sich in den Köpfen der Menschen eingebrannt und etwas ausgelöst haben.

Mani Matters Solokarriere dauerte bloss ein Jahr, von 1971 bis 1972. Was glauben Sie, wie hätte er später getönt?
(lacht) Ich glaube kaum, dass er sich dem Synthie-Pop der 80s angenähert hätte. Toll wäre gewesen, wenn er mit einer vom Leben gegerbten Stimme die Welt erklärt hätte, so ähnlich wie Johnny Cash in seinen letzten Werken.

Was bedeutet die Anspielung auf die Troubadoure – quasi die erste Band von Mani Matter und Berns erste Boygroup – in Ihrem Namen?
Er unterstreicht meine Ambition, dem Text eine grosse Wichtigkeit einzuräumen, so wie es eben die Berner Troubadoure auch taten. Polo Hofer hat einmal sinngemäss gesagt, dass gute Musik keine Wörter brauche, aber ein gutes Lied brauche gute Worte. Ich kann mich dem nur anschliessen.

Werden Sie zur Feier des Tages ein Polo- oder ein Matter-Cover ins Programm aufnehmen?
Ich musste das Set mitsamt Texten schon früh vorlegen, da das ganze Konzert für Gehörlose in die Gebärdensprache übersetzt werden soll. Deshalb wird es eher keine spontane Programmänderung geben. (Der Bund)

Erstellt: 26.07.2017, 18:43 Uhr

Troubas Kater

Die Berner schaffen auf ihrem neuen Album «Aber morn . . .» das Kunststück, einen Radiohit an den nächsten zu reihen, ohne dabei je anbiedernd zu klingen oder ihre nonchalante Lockerheit zu verlieren. Troubas Kater besetzt mit seinem mal polkaesk holpernden, mal tiefgründig nachdenkenden Hip-Pop eine bisher kaum bewirtschaftete Nische im Schweizer Pop. Am Samstag, 29 Juli, tritt die Band am Seenachtsfest Spiez auf, und am Freitag, 4. August, 21.30 Uhr, am Mani-Matter-Festival im Innenhof des Burgerspitals. Weitere Auftretende: MatterLive und Christoph Simon. (ane)

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