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«Die Komik verlagerte sich in die Sitzreihen»

Pannen mit Wirkung und Texte aus T-Shirt-Sprüchen: Angaben zur Person von Jurczok 1001.

Roland Jurczok alias «Jurczok 1001».
Roland Jurczok alias «Jurczok 1001».

Woran glauben Sie? An Kontinuität, an den langen Atem, an das Bauchgefühl, an die SBB.

Wofür sparen Sie? Für ein GA.

Was ist Ihnen näher: das Leichte oder das Schwere? Wohl das Schwere. Aber: Ich komme vom Freestyle-Rap, auch wenn das bald zwanzig Jahre her ist, hilft mir dieses unbeschwerte Assoziieren beim Schreiben, das Leichte zuzulassen. Für meine aktuellen «Shirt Stories» etwa habe ich während meines New York-Aufenthalts einfach die Sprüche auf T-Shirts, die mir begegnet sind, notiert und habe daraus eigene Texte gemacht.

Was war der schönste Ort, den Sie besucht haben? Der schönste ist immer schwierig. Aber wenn man im Sommer in New York ist, sollte man unbedingt die Fähre nach Fire Island nehmen. Und mindestens eine Nacht bleiben. Früh buchen!

Was ist das Lustigste, was Ihnen je auf der Bühne passiert ist? Casinotheater Winterthur. Ich rezitiere «D Wältwuche», ein Stück, bei dem ich nicht viel mehr als diesen Titel wiederhole. Die Komik entsteht über die Pausen, die Nuancen, den Tonfall. Normalerweise. Doch nach wenigen Sekunden ruft es aus dem Publikum: «Weiterspulen!» Ich wiederhole unbeirrt «D Wältwuche». Köpfe drehen sich nach hinten, rufen «Ruhe». «Weiterspulen» ruft es von oben. Innert Kürze verlagert sich die Komik in die Sitzreihen. Die Leute schreien sich gegenseitig an, erklären, worum es geht, wünschen sich weit weg. Dazu mein Mantra. Herrlich!

Was bringt Sie dazu, einen Raum zu verlassen? Bei Konzerten: der Mangel an Dramaturgie.

Was wissen nur die wenigsten Menschen über Sie? Jurczok ist mein Nachname und den gibt es wirklich.

Wie sieht es aus, wenn Sie tanzen? Hip-Hop-Nicken extended, also das Nicken überträgt sich durchaus auf die Beine.

Wofür möchten Sie Werbung machen? Im Oktober erscheint der neue Roman von Melinda Nadj Abonji, ich freue mich schon sehr auf die Buchpremiere im Kosmos in Zürich.

Jurczok 1001 ist Sprachkünstler, Dichter und Sänger. «Spoken Beats» nennt der Zürcher seine Kunst, so wie sein gleich-namiges Soloprogramm, mit dem er am Sonntag, 24. 9., um 19 Uhr im Schlachthaus-Theater auftritt. Jurczok lebt und arbeitet in Zürich und New York.

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