Der Ton, der die Musik macht

An einem grossen internationalen Symposium wird in Bern über die Klangästhetik der Popmusik im Gestern wie im Morgen referiert.

Beim Symposium geht es unter anderem um die Entwicklung der ersten Synthesizer.

Beim Symposium geht es unter anderem um die Entwicklung der ersten Synthesizer. Bild: Adrian Moser

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Warum erkennen wir ein Lied aus den Achtzigerjahren sofort als solches? Warum werden wir in ein paar Jahren mit Schrecken auf die Popmusik von heute zurückblicken? Und warum klingt die heutige Popmusik so uniform? Es ist ganz einfach: Es ist der Ton, der die Musik macht. Noch mehr als von der Kreativität wird die Popmusik geprägt von den Sounds der Zeit, vom jeweiligen Angebot an Effektgeräten, Synthesizern, Software-Plug-ins und Studiotechnik.

Der Macht der Klangästhetik spürt das Symposium «The Future Sound of Pop Music» an der Hochschule der Künste Bern während dreier Tage nach. Dabei wird einerseits das Sound-Design in der elektronischen Musik seit ihren Anfängen untersucht, andererseits wird dargelegt, was die Instrumentenbauer der Zukunft dem Musiker anbieten könnten.

Und die Referenten, die dafür nach Bern geflogen werden, sind hochkarätig. Da ist zum Beispiel John Chowning, sozusagen der Erfinder des Digitalsynthesizers. Er wird erzählen, wie er vor 50 Jahren am Klang der ersten Synthesizer forschte. Er wird aber auch verraten, woran derzeit in dem von ihm gegründeten Center for Computer Research in Music an der Stanford University laboriert wird.

Der deutsche Musikwissenschaftler Heiko Wandler wird den Einfluss der Synthesizer auf die Ästhetik der elektronischen Clubmusik erläutern, während der britische Instrumenten-Entwickler Jack Davenport ein Instrument vorstellen will, das sich anhand von Farben steuern lässt.

Und neben vielem anderen mehr geht der Schweizer Elektro-Pionier Bruno Spoerri in einem Referat der Frage nach, ob die heutigen Musiker mit den schier unbegrenzten technischen Möglichkeiten auch tatsächlich aussergewöhnliche Musik hervorbringen. Damit das Ganze nicht ganz und gar theoretisch ausfällt, wird Spoerri, der kürzlich einen Urheberrechtsstreit gegen Jay-Z gewonnen hat, auch konzertant in Erscheinung treten.

Hochschule der Künste Bern Ostermundigenstr. 103. Do, 30. Nov., bis Sa, 2. Dez. Programm: futuresoundofpopmusic.net (Der Bund)

Erstellt: 30.11.2017, 08:18 Uhr

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