«Das Fest verdeutlicht, dass Bern eine multikulturelle Stadt ist»

Berner Woche

Das Afrika-Kulturfest hat nicht nur somalischen Tanz oder nigerianischen Afrobeat zu bieten, sondern will auch zum Verständnis zwischen den Kulturen beitragen (ab Fr, 9. August).

Kinder auf der Schützenmatte am Afrika-Kulturfest 2017.

Kinder auf der Schützenmatte am Afrika-Kulturfest 2017.

(Bild: neustadt-lab.ch)

Das Afrika-Kulturfest fand 2003 zum ersten Mal statt. Wieso wurde es ursprünglich ins Leben gerufen?
Das Cultural African Festival soll Kultur- und Integrationsfestival sein. Wir bieten eine Plattform, wo sich afrikanischstämmige Menschen sowie Menschen, die sich für unseren Kontinent interessieren, treffen und austauschen können. Damit wollen wir zu einem besseren Verständnis zwischen den Kulturen beitragen. Wir möchten an diesem Festival der Traditionen aber auch unsere Gastfreundlichkeit zeigen. Zum anderen dient das Festival auch der Vernetzung von Migranten und Migrantinnen. Damit sollen Eigenaktivitäten und somit auch Integration in Gesellschaft und Arbeitsalltag gefördert werden. Ausserdem möchten wir der jüngsten Generation ermöglichen, mit den Traditionen ihrer Eltern in Kontakt zu bleiben.

Afrika ist ein Kontinent mit 54 unterschiedlichen Staaten, die alle ihre eigenen Traditionen pflegen. Es ist unmöglich, an einem Fest alle abzudecken. Auf welche Aspekte und Regionen fokussiert das Fest?
Wir haben im Swiss African Forum eine Umfrage gestartet, wer am Fest mitmachen möchte. Daraufhin haben sich Musiker und Künstler gemeldet, die ursprünglich aus Uganda, Nigera, Kenia, Eritrea, Äthiopien, Senegal, Somalia, Gambia, Guinea und Burundi stammen. Somit liegt der Fokus auf diesen Ländern. Von traditionellem somalischem Tanz über moderne nigerianische Afrobeats und Hip-Hop bis hin zu Kinder­disco und Perkussionsshow ist alles dabei. Darüber hinaus gibt es eine Modeschau mit traditionellen Kleidern, man kann Essen testen oder sich an Ständen mit Artefakten eindecken.

Das Afrika-Festival wurde in den letzten 16 Jahren an verschiedensten Orten in der Stadt Bern ausgetragen. Warum diese Odyssee?
Wir starteten im Hirschengraben, der war aber bald einmal zu klein. Dann sind wir auf die Kleine Schanze umgezogen, dann auf den Helvetiaplatz und den Waisenhausplatz. Dort sind uns organisatorische Fehler unterlaufen, weswegen uns die Gewerbepolizei keine Bewilligung mehr erteilte. Darum veranstalten wir nun bereits die dritte Ausgabe auf der Schützenmatte. Seit wir dort sind, kommen aber weniger Kinder und alte Leute vorbei. Ich glaube, das hängt mit dem Ruf der Schützenmatte zusammen. Auch die Botschaft unterstützt uns nur noch inoffiziell. Ich hoffe, dass die Stadt Bern uns bei der Suche nach einem besseren Standort unterstützt, schliesslich ist das African Cultural Festival auch ein Event, der Berns Multikulturalität verdeutlicht.

Aktuell wird diskutiert, ob auf der Schützenmatte ältere Personen aus dem arabischen und afrikanischen Raum als Mediatoren eingesetzt werden sollen. Nehmen Sie am Fest Tunichtgute ins Gebet?
Die Erfahrung zeigt, dass Workshops und Reden mit erzieherischem Inhalt im Festivaltrubel untergehen. Ausserdem haben 99 Prozent unserer Besucher gar nichts zu tun mit dem, was auf der Schützenmatte für Probleme sorgt. Wir vom African Cultural Forum sind das ganze Jahr über aktiv, um zu sensibilisieren.

Schützenmatte Bern, 9. bis 11. August

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