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Das Fernweh des Jazz

Die deutsch-indische Gruppe Neckarganga kann mehr als ein interkulturelles Schulterklopfen (Mittwoch, 26. Juni).

Die Band Neckarganga.
Die Band Neckarganga.
neckarganga.com

Ein Kontrabass auf einer Rikscha? Das versetzte unlängst die Menschen in Varanasi in Erstaunen. Denn hier kennt man das Instrument kaum. Ganz zu schweigen vom Aufwand, den man betreiben muss, um den Koloss ohne Flugzeug von Deutschland nach Indien zu transportieren. Ein paar Jahre zurückgespult: Perkussionist Peter Hinz und Saxofonist Steffen Dix aus Deutschland besuchen auf einer Indienreise das Musik-Ashram in Varanasi und lernen dort vom «tabla master» Keshav Rao Nayak das traditionelle indische Schlaginstrument spielen – und gründen kurz darauf mit anderen indischen und deutschen Jazzmusikern die Band Neckarganga. Im Bandnamen fliessen zwei Flüsse zusammen, zwei Musikkulturen, die im 2017 veröffentlichten Album «Innaad» müden.

Bereits in den 50er-Jahren war der Jazz in Indien sehr populär, Musiker wie Ravi Shankar und John Coltrane trugen die indische Musik in den Westen. Und es scheint, als könnte Indien eine zweite Jazzwelle erreichen. Im Jazzclub Piano Man in Delhi etwa wird derzeit jeden Tag ein Konzert eines anderen Künstlers gespielt. Jeden Tag. Und der Laden läuft. Und auch im Westen scheint der Jazz wieder stärker unter Fernweh zu leiden.

Neckarganga also, das ist mehr als interkulturelles Schulterklopfen, mehr als Currygewürz auf europäischer Jazztradition. Das ist gemeinsames Flüstern, wenn Sitar und Saxofon ineinanderfliessen; das ist Ausbruch, wenn New-York-Strassenjazz dem Rhythmus der Tabla entgleist; und das Welteinigkeitsgefühl, wenn die Männerstimmen gemeinsam den Echoraum ausloten.

OnoMittwoch, 26. Juni, 20 Uhr

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