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Club der sprechenden Bäume

Das Casino Bern wendet sich kraft eines neuen Festivals der Clubmusik zu. (ab 5. März)

Wehe, wenn er seinen Maschinenpark startet: der deutsche Elektroniker Pantha du Prince.
Wehe, wenn er seinen Maschinenpark startet: der deutsche Elektroniker Pantha du Prince.
zvg

Bern hat ein neues Festival, und es ist ein durch und durch apartes: Apples & Olives heisst es und schielt auf die Schnittstellen zwischen Clubmusik und der sogenannten Hochkultur. Das wäre an sich noch nicht weiter aussergewöhnlich – ist es nun aber, da es im altehrwürdigen Berner Casino stattfindet. Dieses wagt sich in seiner Programmation erfreulicherweise immer weiter in die Musiknischen vor.

Letztes Jahr hat der Berner Elektro-Romantiker Pablo Nouvelle ein Album voller Piano-Miniaturen veröffentlicht. «Piano Pieces» heisst es, klingt ausgesprochen kontemplativ, ein bisschen so, als ob Nils Frahm in Bern ein Patenkind gezeugt hätte. Diese Pianostücke präsentiert Pablo Nouvelle nun in aufgemöbelter Form im Casino. Zur Seite stehen ihm dabei das Kaleidoscope String Quartet, am Piano amtet der Jazzer Florian Favre, an der Perkussion Pablos Ur-Mitstreiter Mario Hänni. Der Meister selbst wird das Konzert am Synthesizer begleiten.

Auch der deutsche Strom-Musiker Pantha du Prince gastiert mit einem Projekt in Bern, in dem Elektronisches mit Organischem in Austausch tritt. Er hat sich hierfür mit der Kommunikation der Bäume auseinandergesetzt, und wenn man sich das Ergebnis so anhört, dann liegt der Schluss nahe, dass diese Bäume eher unaufgeregte Gesprächspartner sind. Es ist eine sphärische Wohlfühlmusik, die da entstanden ist, immer genau bis zu jenem Moment spannend, bis der Pantha du Prince seinen Maschinenpark einschaltet und unter die geräuschhaften Klangschichtungen seine gerade Techno-Bassdrum wuchtet.

Weit elaborierter sind die Musikrituale des Zenfunk-Erfinders Nik Bärtsch, die luftigen Klangwolken der Experimentalkünstlerin Kelly Moran oder das Elektro-Klassik-Crossover von Missy Mazzoli.

Casino Bern: Do, 5., bis Sa, 7. März, 20 Uhr

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