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Betörend und verstörend

Der Berner Schlagzeuger Dejan Terzic beweist mit seinem Quartett Melanoia subversive Hinterlist. (am 22. November)

In Aktion: Dejan Terzic.
In Aktion: Dejan Terzic.
zvg

Da ist jemand mit subversiver Hinterlist am Werk und streut immer wieder gerne Sand ins Getriebe. Da rattert zum Beispiel ein Stück richtig schön los mit einem vertrackten und aufgeputschten Minimal-Music-Groove, doch plötzlich gerät die Sache ins Trudeln und Stottern.

Oder eine klangliche Wohlfühl-Atmosphäre wird auf einmal von fiesen Sounds attackiert. Mit anderen Worten: Mit seinem Quartett Melanoia (der Bandname ist ein Zusammenzug von Melancholie und Paranoia) bewegt sich Dejan Terzic, Schlagzeuger, Komponist und Dozent an der Hochschule der Künste Bern, nicht auf herkömmlichen «Ring-a-ding-ding-Jazz»-Pfaden, sondern in labyrinthischen Gefilden.

Wie ein Schiffbrüchiger

Schönheit und Schrecken, Abstraktion und Action, Ordnung und Entfesselung: Zwischen diesen Polen oszilliert die Musik von Melanoia auf zugleich betörende und verstörende Weise. Manchmal fühlt man sich als Zuhörer so wie der Schiffbrüchige in Edgar Allan Poes Kurzgeschichte «A Descent into the Maelström», die übrigens 1953 den visionären Jazzpianisten Lennie Tristano zu seiner wohl verrücktesten Aufnahme inspiriert hat.

Erneuerte Band

Vor der Einspielung seines neuen Albums, dessen Titel identisch mit dem Bandnamen ist, hat Terzic seine Band zur Hälfte erneuert – so wurde der Altsaxofonist Hayden Chisholm von Christian Weidner abgelöst und der Pianist Achim Kaufmann räumte seinen Platz für Joszef Dumuloin.

Letzterer erweitert die Klangpalette mit seinem ingeniösen Fender-Rhodes-Spiel gewaltig, wobei er wunderbar mit dem 7-String-Gitarristen Ronny Graupe harmoniert – heftige Kollisionen nicht ausgeschlossen.

Be-Jazz-Club Liebefeld, Freitag, 22. November, 20.30 Uhr.

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