«Wot di trinke»

Auf dem Album «Recherche» von Paquita Maria sind zwölf nostalgische Lieder zu hören, die trotz ihrer Üppigkeit unprätentiös sind (Di, 9. Juli).

«I sueche mi / Ufem Wäg zu dir»: Paquita Maria.

«I sueche mi / Ufem Wäg zu dir»: Paquita Maria.

(Bild: Rica Rosa)

Name: Paquita Maria

Funktion: Schöpferin multilingualer Sehnsuchtsmusik

Heldentaten: Ihr Debütalbum namens «Recherche»

«Nach Bern reicht es mir leider nicht vor Mittwoch, bin grad innig am Zügle und Probe und Schaffe…», schreibt Paquita Maria Etter im E-Mail, und so «innig» sie «züglet», probt und «schaffet», so innig macht sie Musik. Ihr Debütalbum «Recherche» ist Anfang dieses Jahres erschienen und hat nichts minder als Begeisterung ausgelöst – nicht nur im Feuilletonteil der Zeitungen, sondern auch dank ihrer Konzerte, die sie seit der Veröffentlichung ihrer Platte spielt.

Da ist natürlich diese von ihr komponierte Segensmusik: mit lyrischen Texten auf Deutsch, Französisch und Berndeutsch, die tönen, als hätte da eine Frau Gedichte hinterlassen, geschrieben in der Zeit des Naturalismus, mit Piano und Cello vertont, als wäre sie in der Epoche der Romantik tätig gewesen. Da passt es, dass sie Erik Satie mit seinen «Gnossiennes» als prägenden Einfluss nennt, klingt ihr Fortepedal betontes Pianospiel in diesem Sinne verwunschen. «La mi nid allei / I sueche mi / Ufem Wäg zu dir» singt sie in «Metamorphose», «du schmärzschöni / ewigi Rose» wendig in den Höhen und kräftig in den Tiefen.

Da ist diese drängende Stimme, die singt: «wot di trinke», und wir glauben ihr jedes Wort. Kurz noch die Fachmittelschule in Biel beendet, packte Paquita Maria damals ihre Koffer, zog nach Berlin und bald schon durch die Welt. Jetzt, mit 29 Jahren, nachdem sie in Berlin für Theaterproduktionen Musik komponiert, Burlesque getanzt und Werbetexte geschrieben hat, ist ihr eigenes Album passiert. Auf «Recherche» sind zwölf nostalgische Lieder zu hören, trotz ihrer Üppigkeit unprätentiös, live gespielt mit Benjamin Stein an Gitarre, Perkussion und Elektronik und Maria Werder an der Violine.

Pod’Ring Festival, Biel, Dienstag, 9. Juli, 19 Uhr

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