Wo sitzt der Tatendrang im Körper?

Berner Woche

Mundartmusiker Christoph Trummer über Lachanfälle auf der Bühne, zuckerlose Fruchtjoghurts und dass er oft lieber eine gute Sängerin wäre (ab Fr, 5. Juli).

Mundartmusiker Christoph Trummer spielt am Natural Sound Openair.

Mundartmusiker Christoph Trummer spielt am Natural Sound Openair.

(Bild: zvg)

Xymna Engel

Wer war der Held Ihrer Kindheit?
Jesus, Elvis und Superman. Ein bisschen wie Comicfiguren waren sie wohl alle für mich, da hatte ich einiges zu überarbeiten, als ich selber zu denken begann.

An was glauben Sie?
An mehr als Biologie, Physik und Logik.

An was glauben Sie nicht?
Dass Kapitalismus eine gute Lösung sei, bloss weil er herrscht.

Was hängt bei Ihnen über dem Bett?
Ein Fernwehbild des Berner Künstlers Jared Muralt.

Was ist Ihr grösster Schatz?
Familie und Freundschaft.

Wofür sparen Sie?
Für die Produktion zum nächsten Trummer-CD-Buch, das 2020 erscheint und über das man hier auch lesen wird. Oder?

Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig wild gefühlt?
Als wir kürzlich mit unserer Rockband Vincent Vegas Last Dance in zwei Tagen 12 Songs eingespielt haben.

Welches sind Ihre aktuellen Süchte?
Gitarren-Equipment-Videos. Die Musik von Big Thief und Emma Ruth Rundle. Und zuckerlose Fruchtjoghurts.

Was ist Ihnen näher: das Leichte oder das Schwere? Warum?
Wenn ich schreibe: das Leichte im Schweren und das Schwere im Leichten; denken Sie dann: Aha, das Schwere ist ihm näher. Und falls ja, warum?

Wo zwickt es derzeit am meisten?
Wo sitzt der Tatendrang im Körper?

Was war der schönste Ort, den Sie besucht haben?
Naxos, Plaka Beach, Herbst 2005. Und immer wieder der Ortsteil Reinisch in Frutigen.

Was ist das Lustigste, was Ihnen je auf der Bühne passiert ist?
Ich sollte mit Nadja Stoller an einer Mundartnacht ein melancholisches Frutigdeutsch-Lied singen – direkt nach einem «pilotischen» Wutanfall des Komikers Viktor Vögeli. Wir brauchten drei Anläufe, bis wir durch unsere Lachanfälle durchkamen.

Was bringt Sie dazu, einen Raum zu verlassen?
Gejammer ohne Bereitschaft zur Lösungssuche.

Was wissen nur die wenigsten Menschen über Sie?
Dass ich oft lieber eine gute Sängerin wäre.

Wie sieht es aus, wenn Sie tanzen?
Ich mag am Älterwerden, dass mir das zunehmend egal ist.

Wofür möchten Sie Werbung machen?
Die Folk-Oper «Hadestown» von Anaïs Mitchell ist gerade als Cast-Recording erschienen – ein wunderschönes, vielschichtiges, poetisches, zutiefst menschliches und gleichzeitig hochpolitisches Werk, das alles kann, was Songwriter-Musik können kann.

Natural Sound Openair, 5. bis 7. Juli.

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