Burschikose Gitarrenlastigkeit

Das 26. Anyone Can Play Guitar Festival hat heuer eine Berner All-Star-Combo im Angebot (Sa, 29. Juni).

Inbrünstige Nostalgiker: Die Musikhoheiten von The Starkeys.

Inbrünstige Nostalgiker: Die Musikhoheiten von The Starkeys.

(Bild: zvg)

Ane Hebeisen

Dass jeder (und eigentlich auch jede) des Gitarrenspiels mächtig sein soll, das behauptet nun schon seit einem Vierteljahrhundert ein Kreis von Berner Nebenberufs-Veranstaltern. Ihre Plattform – das Anyone Can Play Guitar Festival – hat sich in dieser Zeit zu einem gern gesehenen Evergreen der Berner Open-Air-Szene gemausert. Etwas bestürzend ist indes der Umstand, dass sich im diesjährigen Line-up nur eine einzige Frau tummelt.

14.30 Uhr – Groove Druids: Den Auftakt zu den Tumulten macht der zügellose Vierköpfer Groove Druids aus Bern, der sich des hemdsärmligen, aus dem Blues erwachsenen und mit Kuh-Hörnern versehenen Kraftrocks annimmt. Ein kleiner Hinweis an die anwesenden Erziehungsberechtigten: Ihr grösster Hit handelt von Zauberern, die kleinen Kindern die Arme abbeissen. Also: Besser ein Auge auf den Nachwuchs werfen.

Groove Druids - (Un)wanted Child. Quelle: Youtube.com

16 Uhr – The Starkeys: Hier haben wir es mit einer kleinen Berner All-Star-Coverband zu tun. An der Stromgitarre amtet der einstige Züri-West-Gitarrist Peter von Siebenthal, schlagzeugern wird der ehemalige Phon-Roll-Drummer Sam Mumenthaler, und als Sänger und Tieftöner tritt der Span-Mann Chistoph Kohli in Aktion. Vereint hat die drei Herren die Liebe zur Rockmusik der Siebzigerjahre – man könnte sie also ungestraft als inbrünstige Nostalgiker bezeichnen. Für Schutzbefohlene droht hier jedenfalls keine Gefahr.

17.30 Uhr – Codger Lingus: Ein ganzes bisschen grantiger und mit um eine Oktave tiefer gestimmten Gitarren geht die Gruppe Codger Lingus aus Bern zu Werke. Die Herren sind weniger an der musikalischen Vorvergangenheit interessiert, lieber lehnen sie sich musikalisch an die ebenfalls etwas in die Jahre gekommenen Nu-Metalbands der Nullerjahre an. Nichts, was man nicht schon in ähnlicher Fasson gehört hätte, aber auch nichts, was man sich nicht noch einmal gerne anhören würde.

19.15 Uhr – The MinX: Ähnliches gilt für die Seeländer MinX: Hier gibts unverblümten Hardrock auf die Ohren. Etwaige heranwachsende Schnörkel werden umgehend eliminiert, Geheimnisvolles hat keinen Zutritt, und dem Reim zuliebe wir hier auch schon mal eine Zeile wie «No risk no fun / Come on / Hit me and run» zusammengedichtet.

21 Uhr – Loretta: Ausgeklügelte Spannungsbögen oder staunenswerte Virtuosität sind nicht die hervorstechenden Qualitäten der Rock’n’Roll-Tunichtgute (inklusive einer Tunichtgutin) aus Bern. Ihr Fokus liegt auf dem ungehobelten, ungestümen und mit einer Abwesenheit an kritischer Eigenhinterfragung glänzenden Party-Donnerwetter.

Kleine Schanze, Samstag, 29. Juni, ab 14 Uhr

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