Schnidejoch-Gletscherfunde erstmals ausgestellt

Die sensationellen Gletscherfunde vom Schnidejoch im Berner Oberland sind erstmals öffentlich zugänglich

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Die Geltscherfunde sind der Höhepunkt der neuen Wechselausstellung «Die Pfahlbauer - Am Wasser und über den Alpen» im Bernischen Historischen Museum. Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag und ist bis Ende Oktober zu sehen.

Als ein Ehepaar im Hitzesommer 2003 auf einer Wanderung im Hochgebirge ein Köcherfragment fand, ahnte es noch nicht, welch spektakulären Fund es gemacht hatte. Archäologen fanden daraufhin auf dem 2756 Meter hohen Schnidejoch weitere prähistorische Kleidungsstücke und Jagdutensilien. Die Funde stammen aus der Zeit um 4500 v. Chr. und sind damit rund 1000 Jahre älter sind als die Gletschermumie Ötzi. Sie belegen, dass auf dem Übergang zwischen dem Berner Oberland und dem Wallis schon vor 5000 Jahren reger Verkehr herrschte.

Das Hochgebirge war somit für die damaligen Menschen «weder unüberwindliche Barriere noch unwirtliches Niemandsland, sondern vielmehr Teil ihres Lebensraums» wie das Bernische Historische Museum schreibt. Die Pfahlbauer-Ausstellung zeigt beide Lebensräume - die Lebensweise an den Seeufern und die Wege über die Alpen.

Pfahlbauer – Leben am Bielersee

Im Gegensatz zu den jüngsten Entdeckungen im Hochgebirge ist die Lebensweise der Pfahlbauer an den Seen intensiv erforscht worden. Die Ausstellung zeigt Modelle, die das Dorfleben veranschaulichen, beispielsweise der Pfahlbausiedlung Sutz-Lattrigen am Bielersee im Jahre 3393 v. Chr.

Zwei Häuser dieser Fundstelle werden ab April im Museumspark nachgebaut - im Originalmassstab und mit Werkzeugen und Materialien, die in der Jungsteinzeit zur Verfügung standen. Zu den zwei Häusern gehört auch ein Acker, wo alte Erbsen- und Weizensorten angebaut werden. Jeweils Mittwochs und Sonntags wird in der Metallwerkstätte gearbeitet. Dort können die Besucherinnen und Besucher den Experimental-Ärchologen dabei zuschauen, wie sie Fundstücke aus einem bei Thun gefundenen Fürstengrab mit damaligen Techniken nachzubilden versuchen.

Ältestes Brot Europas

Die Ausstellung ist thematisch in sieben Räume gegliedert. Unter den 460 Objekten sind nebst der Ausrüstung des Jägers vom Schnidejoch auch das älteste, ganz erhaltene Brot Europas aus der Jungsteinzeit oder Kaugummis der Pfahlbauer.

Nebst einem Audioguide werden auch Führungen sowie Workshops für Schulen angeboten. Die Ausstellung dauert vom 3. April bis 26. Oktober. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern, der eine gleichnamige Begleitpublikation herausgegeben hat. (bwg/sda)

Erstellt: 02.04.2014, 12:07 Uhr

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