Aus der Zeit gefallen

Der Trompeter Nolan Quinn hat sich einem Jazz verschrieben, der in seiner Retro-Orientierung geradezu zeitlos wirkt.

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(Bild: www.jazzinbess.ch / Jazz In Bess)

Der Jazz, der auf Nolan Quinns neuem Album «Soothin’» (Rhinoceros Jazz Records) erklingt, wirkt auf bezaubernde Weise aus der Zeit gefallen. Der in Bern ausgebildete Trompeter erinnert damit an seinen 2003 verstorbenen amerikanischen Instrumentalkollegen Ruby Braff, der sich in den Fünfzigerjahren einen Namen als vollendeter Swingstilist machte.

Bei Quinn ist die stilistische Ausrichtung etwas moderner, indem er sich heute am klassischen Hardbop der späteren Fünfziger- und Sechzigerjahre sowie am Mainstream orientiert. Dies tut er so beseelt und klangschön, dass man darob glatt vergisst, dass seine Musik an und für sich nicht neu ist.

Die selbst gewählte Retro-Ästhetik wird konsequent durchgezogen, von der Wahl der Aufnahmetechnik und des Aufnahmeorts im Festsaal der Maskenliebhabergesellschaft der Stadt Luzern – die zusammen einen möglichst natürlichen Sound ergeben sollen – bis zum Albumtitel: Selbstredend erinnert «Soothin’» an Hardbop-Nummern wie «Moanin’», «Wailin’» oder «Cookin’». Allein schon von der Wortbedeutung her ist «Soothin’» aber die sanftere, beruhigende Variante.

Das Album ist in Quartettformation eingespielt worden, für den Berner Auftritt hat sich Quinn mit dem Tenoristen Jürg Bucher zusammengetan, der für eine zusätzliche klanglich-stilistische Facette sorgen wird. Begleitet werden sie von Oliver Illi am Piano – neben Quinn der einzige Musiker, der auch auf der CD vertreten ist – und Quinns Brüdern Simon (Bass) und Brian (Schlagzeug).

Be-Jazz-Club Vidmarhallen

Freitag, 16. März, 20.30 Uhr.

Der Bund

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