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Aus dem Wüstensand geborgen

Die Abegg-Stiftung in Riggisberg zeigt in der Sonderschau «Luxus am Nil» Tuniken aus dem spätantiken Ägypten. Wie viel die Farben und textilen Verzierungen über das Leben und Denken vor 1500 Jahren preisgeben, ist eine Überraschung.

Fein gewirktes Ärmeldekor einer Tunika aus dem 7.–9. Jahrhundert: Meeresgeister, Delfine und Blütenranken umspielen Sophia, die griechische Göttin der Weisheit (Mitte).

Fein gewirktes Ärmeldekor einer Tunika aus dem 7.–9. Jahrhundert: Meeresgeister, Delfine und Blütenranken umspielen Sophia, die griechische Göttin der Weisheit (Mitte).

(Bild: Abegg-Stiftung Riggisberg (Christoph von Viràg))

Sogar weit draussen auf dem Meer war der fürchterliche Gestank von Verwesung zu riechen, der von der antiken Stadt Tyros ausging. Er stammte von den Meeresschnecken, die da zu Hunderttausenden getötet wurden.

Dabei hatte man es gar nicht auf die Schnecken selbst abgesehen. Man wollte nur das Sekret, das sie absonderten. Es war Gold wert: Daraus wurde der Schneckenpurpur gewonnen, eine der kostbarsten Farben der Antike.

Der römische Historiker Gaius Plinius Secundus hat den aufwendigen Vorgang der Gewinnung in seiner Enzyklopädie «Naturalis historia» minutiös beschrieben. Die kaum fingerlangen Meerestiere wurden lebend gefangen und der Drüsenkörper aus ihrer Atemhöhle entfernt.

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