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Ohne ihn kein iPhone

Marcel Breuer war einer der ersten Absolventen der Bauhaus-Schule und prägte diese mit. Eine Ausstellung zeigt sein Schaffen in Gestaltung und Architektur.

Er stand stets im Schatten der grossen Namen wie Walter Gropius oder Mies van der Rohe. Doch den Einfluss von Marcel Breuer als Gestalter und Architekt sollte man nicht unterschätzen. Nach der Ausbildung zum Tischler am Weimarer Bauhaus wurde er Werkstattmeister und leitete drei Jahre lang die Möbelwerkstatt der Schule. Hier entwickelte er das Stahlrohrmöbel. Daraus entstanden verschiedene Stuhl- und Tischtypen, darunter der Sessel Wassily, der heute als Design-Ikone gilt.

Vom Objekt ging er zur Gestaltung von Innenräumen. Schon im Bauhaus hatten seine Beiträge zu den Musterhäusern Aufsehen erregt. Nachdem er sich selbstständig gemacht hatte, sorgte vor allem die Einrichtung der Berliner Wohnung des bekannten Regisseurs Erwin Piscator für Diskussionsstoff – als umstrittenes Beispiel für modernes Wohnen. Bald darauf wandte er sich ganz der Architektur zu und begann eine intensive Zusammenarbeit mit Bauhaus-Gründer Walter Gropius.

Design und Architektur

Dies geschah grösstenteils im amerikanischen Exil. 1902 in Ungarn als Sohn jüdischer Eltern geboren, musste Breuer 1933 aus Deutschland fliehen. Über Ungarn und London kam er in die USA und wurde Dozent an der Harvard-Universität. Dort baute er zusammen mit Walter Gropius die Fakultät für Architektur auf und wurde ab den 1940er-Jahren mit einem eigenen Architekturbüro zum prägenden Baumeister. In den USA baute er zuerst vor allem Einfamilienhäuser, wagte später aber mehr und konzipierte monumentale Kirchen, Universitäten und Museen, darunter das Whitney-Museum in New York. Auch in Europa wirkte er und war am Unesco-Hauptgebäude in Paris beteiligt und konzipierte einen Wintersportort in Frankreich. In der Schweiz hinterliess er ebenfalls Spuren und baute unter anderem die Doldertal-Siedlung in Zürich und das Haus Staehelin in Feldmeilen.

Die Retrospektive im Bauhaus Dessau will beide Seiten Breuers gleichberechtigt beleuchten. Was Architektur und Design dabei verbindet, ist das Interesse an Konstruktionen und Materialien. Er fand auf Grundlage der Bauhaus-Maximen eine eigene Sprache, die stets dem regionalen Umfeld der Gebäude angepasst war. So soll man sehen, wie die Ästhetik von Bauhaus im Allgemeinen und das Werk von Marcel Breuer im Speziellen Design und Architektur bis heute prägen oder wie der Architekt Friedrich von Borries in der aktuellen Ausgabe des «Bauhaus-Magazins» meint: «Das ästhetische Erbe des Bauhauses reicht bis in die Gegenwart, kein iPhone ohne Marcel Breuer.»

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