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Gebautes Fast Food

Die Architektur der Expo in Mailand schmeckt wie ein Fertiggericht: leicht fettig und geschmacklos. Ausnahmen sind England und Österreich.

Weltausstellungen als nationales Schaulaufen sind in einer globalisierten Ökonomie eigentlich gegessen. Auch das Thema Ernährung spricht nicht für eine Architektur, die kurzfristig fasziniert, sondern für Landschaft und Natur, die bleibt. Keinen Eiffelturm, sondern ein Antimonument versprachen Herzog & de Meuron darum, die mit den Architekten Stefano Boeri, Richard Burdett, Joan Busquets und William McDonough den Masterplan für die Expo 2015 in Mailand konzipierten. Doch es kam anders.

Das Konzept, das für jedes Land gleich grosse Parzellen vorsah und das ganze Gelände mit einer Zeltstruktur überdachte, wurde fallen gelassen, weshalb die Basler Architekten das Projekt 2011 verliessen. Einzig die Erschliessung übernimmt die Struktur, die die Planer den alten Römern abgeschaut hatten. Die leichten Dächer beschatten nur noch die Hauptachsen Kardo und Decumanus, die das Gelände im Kreuz verbinden. Daneben stehen grossklotzig die Länderpavillons, von temporärer Bescheidenheit keine Spur. Immerhin: Anders als manche befürchteten, ist alles pünktlich fertig gebaut.

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