Zum Hauptinhalt springen

Angst im Quadrat

Sudden Infant lädt zum Hindernisparcours im Reich des Wahnsinns.

Starkes Manifest gegen die Harmlosigkeit: Sudden Infant.
Starkes Manifest gegen die Harmlosigkeit: Sudden Infant.
zvg

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein neuer Schrecken her. Angst, Abgrund, Verwirrung: Die Musik von Joke Lanz ist nichts für zarte Gemüter, ganz im Gegenteil – sie ist ein Hindernisparcours im Reich des Wahnsinns.

Der Basler Noise-Künstler, der in Berlin lebt, ist ein Radikaler. Es ist die pure Emotion, nach der er sucht, quasi der Klang des menschlichen Urzustands: Stimmen, Schreie, Lachen, Schmatzen, Stöhnen. Daraus fabriziert er eine rohe Kraftmusik zwischen Punk und Industrial.

Auf dem letzten Album «Wölfli’s Nightmare» von 2014, produziert von Roli Mosimann (Swans und The Young Gods), vertonte er auf diese Weise Albträume von Adolf Wölfli, es war ein tobendes Manifest gegen die Harmlosigkeit. Seit den 80ern pflügt sich Lanz durch die Musikszene, etwa mit der Gruppe Jaywalker oder anderen Hartgesottenen wie Schimpfluch-Gruppe, Psychic Rally oder Catholic Boys in Heavy ­Leather.

Und natürlich vor allem solo unter dem Namen Sudden Infant. «Wölfli’s Nightmare» war das erste Sudden-Infant-Album, welches Lanz zusammen mit dem Bassisten Christian Weber und dem Schlagzeuger Alexandre Babel aufnahm. Mittlerweile sind sie zum festen Trio verschmolzen. Letztes Jahr tourten sie mit den Elektro-Punkern Sleaford Mods. Und nun erscheint im September «Buddhist Nihilism». Die Vorab-Single «Rationality» jedenfalls deutet schon darauf hin, dass da immer noch viel Angst ist, die es zu vertonen gilt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch