Als Kunst zur Attitüde wurde

Zum Jubiläum erinnert die Berner Kunsthalle mit zwei Ausstellungen an Harald Szeemann – und an dessen Grossvater.

Szeemann selbst hätte es anders gemacht: Kafkas Foltermaschine auf einem weissen Podest in der Kunsthalle.

Szeemann selbst hätte es anders gemacht: Kafkas Foltermaschine auf einem weissen Podest in der Kunsthalle.

(Bild: Gunnar Meier)

Wer sich an die 1960er-Jahre erinnert, war nicht dabei, heisst es. Als Harald Szeemann am Ende der Dekade sein Amt als Direktor der Kunsthalle im Streit niederlegte, weil der Vorstand ihm eine Beuys-Ausstellung untersagte, packte er alle Unterlagen aus seinem Büro in den Kofferraum seines Wagens und fuhr einfach davon. Deshalb fehlt im Archiv viel Material aus diesen für das Haus so wichtigen Jahren: verlorene Erinnerungen. Doch jetzt plötzlich sind sie wieder da: besorgte Briefe von Szeemanns Mutter, Plakatentwürfe von Markus Raetz, Entwürfe des Kündigungsschreibens, das Szeemann mehrfach von Hand ausführte, bis er mit dem Schriftbild zufrieden war. Die Ausstellung «Museum der Obsessionen» ist eine Zeitreise zurück zu einer Zeitenwende.

Der Bund

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